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Geldpolitik Fed bekräftigt lockere Geldpolitik – Keine Gefahr für Wohnungsmarkt

An der ultralockeren Geldpolitik will er weiterhin festhalten. Quelle: AP

Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik hat der US-Währung am Mittwoch zugesetzt. Der Chef der US-Notenbank kündigte an, die Wirtschaft weiter zu unterstützen, und äußerte sich zu den Vorteilen eines eigenen Digitalgeldes.

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Trotz Immobilienboom und Hypothekenpapierkäufen der Notenbank sieht Fed-Chef Jerome Powell derzeit keine Gefahren wie beim Ausbruch der Finanzkrise heraufziehen. Die Häuserpreise stiegen zwar im gesamten Land in hohem Tempo, sagte er am Mittwoch vor einem Kongressausschuss. Doch bislang zeichne sich nicht ab, dass der Markt durch eine „riskante Kreditvergabe“ angetrieben werde. Die von der Fed im Rahmen ihrer Wertpapierkäufe erworbenen Hypothekenpapiere seien im Zusammenhang mit dem Preisanstieg der Häuserpreise nur ein Faktor unter vielen, jedoch kein besonders wichtiger.

Die Notenbank werde auf ihrer nächsten Zinssitzung Ende des Monats über das Thema eines Zurückfahrens der Wertpapierkäufe sprechen, auch wenn der Zeitpunkt dieses Manövers noch lange nicht gekommen sei. Powell bekräftigte, dass die aktuell weit über dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent liegende Inflationsrate vorübergehend sei und „in den kommenden Monaten“ nachgeben werde. Außerdem sei der Arbeitsmarkt noch „ein ganzes Stück“ von dem Niveau entfernt, ab dem die Zentralbank die geldpolitische Unterstützung für die Wirtschaft zurückfahren werde. Dennoch werde sich die Fed Ende Juli mit dem Abschmelzen der Käufe beschäftigen und dabei auch die Lage am Häusermarkt mit einbeziehen.

Powell wird der Finanzagentur Bloomberg zufolge am Freitag mit Finanzministerin Janet Yellen und Regulierern über den boomenden Wohnungsmarkt reden. Die Sitzung des sogenannten Financial Stability Oversight Councils (FSOC) solle dazu dienen, Gefahren zu besprechen, die sich daraus ergeben könnten. Es solle sichergestellt werden, dass die USA nicht wieder in eine Situation hineinschlitterten wie 2008, als durch das Platzen einer Immobilienpreisblase eine globale Finanzkrise ausgelöst wurde. Diese hatte die USA und in der Folge auch viele Staaten weltweit in Rezessionen gestürzt.

Dollar unter Druck

Der Chef des Fed-Bezirks St. Louis, James Bullard, hat jüngst die Sorge geäußert, dass die US-Notenbank mit ihren Anleihenkäufen eine Überhitzung des Immobilienmarktes riskieren könnte. Die Federal Reserve unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit dem Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren (MBS) in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar. Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und am Arbeitsmarkt erreicht sind.

Intern hat bereits die Diskussion in der Führungsetage der Fed darüber begonnen, wie das Abschmelzen der Anleihenkäufe anzugehen wäre. Einige Währungshüter sind der Ansicht, dass der Kauf von Hypothekenpapieren schneller oder früher als der Erwerb von Staatsanleihen zurückgefahren werden könnte.

Die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der US-Notenbank setzte den Dollar am Mittwoch unter Druck. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, baute am frühen Nachmittag seine Verluste aus und fiel um bis zu 0,4 Prozent auf 92,393 Punkte. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro auf 1,1827 Dollar. Powells Aussagen deckten sich mit den Markterwartungen, sagten Börsianer.

Der Chef der US-Notenbank äußerte sich auch zu einem möglichen Digitalgeld. Die Fed wird voraussichtlich im September in einem Arbeitspapier Vor- und Nachteile von digitalen Währungen und Zahlungssystemen abwägen. Powell nannte diese Studie einen wichtigen Schritt bei der Entscheidungsfindung, ob die Fed Digitalgeld ausgeben sollte. Dafür sprechen würde laut Powell, dass es gegenüber einem Spektrum vieler privaten Initiativen für Kryptowährungen und Stable Coins womöglich eine sinnvollere Alternative wäre.

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