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Geldpolitik Ifo: EZB muss wegen Inflationsgefahr Weichen für schärfere Linie stellen

Die Ifo erwartet für das kommende Jahr eine weiter steigende Inflation. Eine weitere Fortsetzung des aktuellen Anleihenprogramms der EZB sei deswegen keine Option.

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„Es ist wichtig, eine Wende einzuleiten und ein Abschmelzen der Käufe einzuleiten“ Quelle: dpa

Wegen anhaltender Inflationsgefahr fordert Ifo-Chef Clemens Fuest ein Abschalten des in der Pandemie geschaffenen großen Anleihenprogramms der EZB ab dem Frühjahr. „Wir haben sehr starke Signale von den Unternehmen, dass erhebliche Preiserhöhungen bevorstehen“, sagte er am Dienstag bei der Vorstellung der Konjunkturprognose des Münchner Instituts.

Insofern sei es angezeigt, dass die Europäische Zentralbank ihre Politik ändere: „Ich würde erwarten und fordern, dass am kommenden Donnerstag das Ende des Pandemie-Notprogamms auch wirklich angekündigt wird.“

Das unter dem Kürzel PEPP bekannte 1,85 Billionen Euro schwere Programm sollte Ende März auslaufen. „Es ist wichtig, eine Wende einzuleiten und ein Abschmelzen der Käufe einzuleiten“, sagte Fuest. Er verwies darauf, dass die Notenbank auch noch andere Instrumente habe – etwa das kleinere Anleihenprogramm APP.

Eine Fortsetzung der Zukäufe im Rahmen des PEPP sei über das Frühjahr hinaus mit der aktuelle Inflations- und Konjunkturentwicklung „überhaupt nicht vereinbar“. Weltweit gehe die Konjunkturerholung weiter und das bedeute, dass sich die Geldpolitik auf ihr Mandat konzentrieren und den Preisanstieg begrenzen müsse, sagte Fuest.

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    Anders als die meisten Fachleute erwartet das Ifo 2022 eine weiter steigende Inflation. Demnach dürfte sie von 3,1 Prozent im laufenden Jahr auf 3,3 Prozent im kommenden Jahr steigen. „Dabei spielen steigende Kosten, die mit den Lieferengpässen einhergehen, eine treibende Rolle und auch die verzögerte Anpassung an die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise“, erklärte das Ifo.

    Erst 2023 sollte die Rate dann auf 1,8 Prozent zurückgehen und damit wieder unter die Marke von 2,0 Prozent sinken, die die EZB als Idealwert für die Inflation in der Euro-Zone anstrebt.

    Wie Reuters von EZB-Insidern erfuhr, laufen die Überlegungen in der EZB-Führungsetage für die Zinssitzung am Donnerstag darauf hinaus, das PEPP ab Frühjahr einzustellen. Zugleich soll das bereits im Oktober 2014 als Konjunkturstütze eingeführte Asset Purchases Programme (APP) im Umfang von zurzeit 20 Milliarden Euro pro Monat neu justiert werden.

    Dabei will sich die EZB sowohl beim Umfang als auch für den Zeitraum der Zukäufe strikte Grenzen setzen und wohl keine Festlegung über 2022 hinaus vornehmen.

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