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Geldpolitik Impfstoffmeldungen werden Pläne der EZB nicht ändern

Die EZB plant eine Ausweitung der gelpolitischen Impulse. Daran ändern auch die Nachrichten über bevorstehende Impfstoffe nichts.

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Für die Präsidentin der Europäischen Zentralbank ändern Nachrichten über bevorstehende Coronavirus-Impfstoffe nichts Grundlegendes an den Plänen der Notenbank, die geldpolitischen Impulse auszuweiten.

Christine Lagarde sagte in einem Interview auf dem Bloomberg New Economy Forum am Dienstag, dass sich die Zentralbank darauf konzentriere, eine Verschlimmerung des gegenwärtigen Konjunktureinbruchs zu verhindern. Sie sei immer davon ausgegangen, dass 2021 eine medizinische Lösung verfügbar sein würde, erklärte die EZB-Chefin.

„Ich bin mir nicht sicher, dass dies unsere Prognosen entscheidend verändern wird“, sagte sie im Gespräch mit Francine Lacqua. „Bevor wir die Nachricht über einen Impfstoff erhielten, hatten wir negative Nachrichten über die zweite Welle und die Eindämmungsmaßnahmen, die ein Land nach dem anderen betrafen.“

Neue Lockdowns haben die Eurozone an den Rand einer erneuten Kontraktion gebracht. Lagarde bekräftigte, dass ihre Institution ihre Stimulusmaßnahmen im Dezember „neu kalibrieren“ werde. Allgemein wird dies so verstanden, dass die Notenbank die finanzielle Unterstützung für die Wirtschaft ausweiten wird.

Die EZB-Präsidentin signalisierte auch, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger erwarten, sich auf ihr 1,35 Billionen Euro schweres Notfall-Kaufprogramm und ihre langfristigen Bankdarlehen als Hauptinstrumente zu konzentrieren. Eine Zinssenkung halten Anleger für unwahrscheinlich.

„Diese Instrumente würden als wesentlich angesehen werden“, sagte sie. „Aber es würde über alles diskutiert werden.“

Ein Hauptanliegen sei, so Lagarde, zu verhindern, dass sich die Wirtschaftskrise in eine Finanzkrise verwandelt.

„Davon müssen wir uns wirklich fern halten, denn das wäre ein erschwerender Faktor“, sagte sie. „Ich denke, in 2021 wird sicherlich das erste Halbjahr schwierig sein, und wir werden nicht vor Ende des Jahres dort ankommen, wo wir vor der Pandemie waren.“

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