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Geldpolitik Japans Notenbank verfehlt die selbstgesteckten Ziele

Haruhiko Kuroda scheidet 2023 aus dem Amt. Bis dahin wird die Bank wohl ihr Ziel einer höheren Inflation nicht erreichen. Quelle: Reuters

Die Lockerung der finanzpolitischen Zügel hat Japans Notenbank bislang nicht zum Erfolg verholfen. Das gesetzte Inflationsziel liegt in weiter Ferne.

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Japans Zentralbank hält in der Corona-Krise an ihrem Kurs einer extrem lockeren Geldpolitik unverändert fest. Zwar hob die Bank of Japan (BoJ) ihre Wachstumsprognose für das am 1. April begonnene Steuerjahr am Dienstag nach zweitägigen Beratungen leicht auf 4,0 Prozent nach zuvor geschätzten 3,9 Prozent an. Von ihrem Inflationsziel von zwei Prozent ist die BoJ jedoch weiterhin weit entfernt.

Erst im vergangenen Monat hatte sich die japanische Notenbank mehr Spielraum bei dem Versuch verschafft, die durch die Corona-Pandemie schwer gebeutelte Wirtschaft des Landes anzukurbeln.

Japans Währungshüter hatten vor Jahren mit einer drastischen Lockerung der geldpolitischen Zügel begonnen, die jahrelange Deflation mit stetig sinkenden Preisen zu überwinden. Eine Deflation gilt als Gift für die Wirtschaft, weil sich Verbraucher und Unternehmen in Erwartung günstigerer Preise mit Käufen und Investitionen zurückhalten.



Damals hatte die japanische Zentralbank erwartet, das Inflationsziel von zwei Prozent innerhalb von etwa zwei Jahren zu erreichen. Davon ist die Notenbank jedoch weit entfernt.

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Am Dienstag machte sie deutlich, dass dieses Ziel während der im April 2023 endenden Amtszeit von Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda wohl nicht mehr zu erreichen sein wird. Demnach dürfte sich der Preisanstieg im Fiskaljahr 2023 bei lediglich 1,0 Prozent liegen.

Mehr zum Thema: Die Bank of Japan ebnete der ultralockeren Geldpolitik als Pionier den Weg. Nun ist die Notenbank größter Aktionär des Landes und findet den Rückwärtsgang nicht mehr – ein böses Omen für die Europäische Zentralbank.

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