Geldpolitik Japans Zentralbank sorgt sich wegen Volatilität beim Wechselkurs

Bisher hatte der Zentralbankchef die Vorteile eines schwachen Yen betont. Die starken Schwankungen in letzter Zeit sorgen nun aber für Unruhe.

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Der Notenbankchef war bis zuletzt davon überzeugt, der schwache Yen mache japanische Produkte wettbewerbsfähiger. Quelle: Reuters

Die starken Kursschwankungen der Landeswährung Yen machen der japanischen Zentralbank zufolge den heimischen Unternehmen das Leben schwer. „Der jüngste Abwertung Yen ist ziemlich stark und könnte es den Unternehmen erschweren, ihre Geschäftspläne zu erstellen“, sagte Notenbankchef Haruhiko Kuroda am Montag im Parlament. „In diesem Sinne müssen wir die negativen Auswirkungen eines schwachen Yen berücksichtigen.“ Das ist seine bislang schärfste Warnung vor den Risiken der jüngsten Währungsabwertung.

Ein schwacher Yen sei zwar insgesamt gut für die Wirtschaft, da er den Wert der von japanischen Unternehmen im Ausland erzielten Gewinne erhöhe. Starke Schwankungen binnen kurzer Zeit seien allerdings schädlich. Aktuell müssen etwa 126 Yen für einen Dollar bezahlt werden, vor einem Monat lediglich rund 115. Damit ist der Yen so schwach wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Grund dafür ist die Zinsdifferenz: In den USA hat sich die Notenbank Fed von ihrer Nullzinspolitik abgewandt und noch weitere Anhebungen signalisiert. Dadurch wird der Dollar für Anleger attraktiver.

Kuroda hat bislang stets die Vorzüge eines schwachen Yen gepriesen, denn dies macht japanische Produkte anderswo günstiger und damit preislich wettbewerbsfähiger. Zugleich könnte es allerdings auch die bereits steigenden Importkosten für Treibstoff und Lebensmittel noch weiter in die Höhe treiben, was auf Kosten der Kaufkraft der Verbraucher ginge.

„In einer Situation wie der jetzigen, in der die Unternehmen ihre Preise und Löhne noch nicht ausreichend erhöht haben, ist ein schwacher Yen nicht wünschenswert“, sagte Finanzminister Shunichi Suzuki. Ob Tokio bereit sei, auf dem Devisenmarkt zugunsten der heimischen Währung zu intervenieren, ließ der Minister allerdings offen.

Mehr: Japans Zentralbank stemmt sich mit Geldspritze gegen Zinsanstieg

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