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Geldpolitik Neue EZB-Langfristkredite sollen wohl nicht zu großzügig sein

Insidern zufolge will die EZB ihre neuen Geldsalven nicht zu großzügig gestalten. Ein Expertenausschuss hat bereits einen Vorschlag mit der exakten Höhe gemacht.

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Die EZB soll die Langzeitkredite so gewähren, dass die Nachfrage nicht aus dem Ruder läuft. Quelle: dpa

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) will Insidern zufolge die Konditionen der neuen angekündigten Langfristkredite so gestalten, dass die Nachfrage nicht aus dem Ruder läuft. Die Konjunktur sei viel stärker als zu Krisenzeiten, sagten vier mit den Diskussionen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Daher sollte eine Unterstützung durch die neuen Geldsalven nicht zu großzügig gestaltet sein.

Banken sollten nicht zu abhängig werden von den EZB-Geldern. Eine der Schlüsselfragen sei daher nach wie vor, wie günstig die neuen Geldsalven ausfallen sollen und ob die Notenbank den Zugang einschränken sollte. Die EZB wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

Die Notenbank hatte jüngst neue Langfristkredite für Geldhäuser beschlossen, die in der Fachwelt „TLTRO“ genannt werden. Auf diesem Wege will sie die Kreditvergabe der Banken an die Wirtschaft anschieben. Sieben Langfristkredite mit Laufzeit von je zwei Jahren sollen ab September aufgelegt werden. Die Konditionen stehen aber noch nicht fest.

Einem der Insider zufolge schlug ein Experten-Ausschuss vor, die neuen TLTROs mit einem Aufschlag von 25 Basispunkten über dem Leitzins zu versehen, der aktuell bei Null Prozent liegt. Die Rate könnte dann auf Null Prozent sinken, falls Banken bestimmte Kreditvergabeziele erfüllten.

Einige Währungshüter hätten dies aber als zu hoch eingestuft. Vertreter von Ländern, die für eine eher lockere Geldpolitik stünden, hätten für niedrigere Sätze geworben. Gegenwärtig werde der Leitzins als tiefster erreichbarer Satz für die TLTROs angesehen. Die Diskussion sei aber noch offen. Falls sich Konjunktur eintrübe, sei auch noch ein negativer Satz möglich, womit Banken dann de facto einen Bonus erhielten. Am wahrscheinlichsten sei es, dass die Notenbank die Konditionen im Juni veröffentlichen.

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