WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Geldpolitik Strategiewechsel: Fed kündigt neues Inflationsziel an

Der Chef der US-Notenbank verkündet bei seiner Rede beim virtuellen Jackson-Hole-Treffen, dass das Inflationsziel künftig nur noch im Durchschnitt bei zwei Prozent liegen solle.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der Chef der US-Notenbank-Fed verkündet einen Strategiewechsel. Quelle: Reuters

Die US-Notenbank Fed stellt mitten in der Corona- und Wirtschaftskrise ihre geldpolitische Strategie um und legt einen stärkeren Fokus auf den Arbeitsmarkt. Dieser am Donnerstag von Fed-Chef Jerome Powell näher erläuterte Schwenk bietet der Fed zugleich mehr Spielraum beim Ansteuern ihres Inflationsziels von zwei Prozent.

Demnach könnte sie die Inflationsrate für einen längeren Zeitraum über dem angepeilten Idealwert halten, wenn diese zuvor geraume Zeit darunter geblieben ist. Dieses Modell ist im Fachjargon als „Average Inflation Targeting“ bekannt. Zugleich soll aber stets das Ziel der Vollbeschäftigung an erster Stelle stehen.

Laut Chefökonom Uwe Burkert von der LBBW könnte der Strategieschwenk dazu führen, dass ein Ausstieg aus der derzeit ultralockeren Geldpolitik noch weiter auf die lange Bank geschoben wird: „Selbst wenn die US-Wirtschaft nach der Coronakrise in einen stabilen und anhaltenden Aufschwung einschwenkt“, so der Experte.

Ralf Umlauf von der Heleba sieht im Strategieschwenk auch eine mittelfristige Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik. „Denn mit der Möglichkeit, nach einer Phase niedriger Inflation eine Phase höherer Teuerungsraten zuzulassen, ist der Druck reduziert, mit Zinserhöhungen gegenzusteuern. Insbesondere die mittel- und langfristigen, durchschnittlichen Inflationserwartungen sollten vor diesem Hintergrund zulegen, zumal sie trotz der Erholungen im historischen Vergleich noch immer als niedrig einzustufen sind.“

Die Änderungen der US-Notenbank an ihren Inflationserwartungen setzen den US-Dollar unter Druck. Der Euro zieht nach den Aussagen von Powell auf 1,1895 Dollar an von zuvor 1,1837 Dollar. Der Dax steht kaum verändert bei 13.186 Punkten. Die US-Futures weiten ihre Verluste aus.

Mehr: Beim Jackson-Hole-Symposium der Notenbanker wird Lane über europäische Geldpolitik sprechen – nicht Christine Lagarde. Die EZB-Präsidentin weiß, was sie an dem Iren hat.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%