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Geldpolitik Trotz erhöhter Inflation: Bank of England belässt Leitzins bei 0,1 Prozent

Auch die Währungshüter in Großbritannien gehen von einer nur temporär erhöhten Inflation aus. Als Risiko gilt weiter die Situation am Arbeitsmarkt.

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Im Juni waren die Verbraucherpreise in Großbritannien auf den höchsten Wert seit drei Jahren gestiegen. Quelle: AP

Die Bank von England bleibt trotz steigender Inflation bei ihrem Kurs der ultraniedrigen Zinsen. Die Währungshüter um Notenbankchef Andrew Bailey beließen den Leitzins am Donnerstag bei 0,1 Prozent.

Außerdem hielten sie am Volumen ihres laufenden Wertpapier-Kaufprogramms von 895 Milliarden Pfund (gut eine Billion Euro) fest. Zuletzt hatten zwei Führungsmitglieder der Notenbank erklärt, dass allmählich die Zeit gekommen sei, um die Konjunkturhilfen etwas zurückzufahren. Doch die meisten Währungshüter gehen bislang davon aus, dass die Inflation nur vorübergehend erhöht bleiben wird.

Unmittelbar nach der Bekanntgabe decken sich Anleger mit Pfund Sterling ein. Die britische Währung verteuert sich auf 1,3944 Dollar beziehungsweise 1,1770 Euro. Aus Anleihen des Vereinigten Königreichs ziehen sich Investoren dagegen zurück. Dies treibt die Rendite der zehnjährigen Titel auf 0,540 Prozent.

Im Juni waren die Verbraucherpreise in Großbritannien um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angezogen – der höchste Wert seit August 2018. Die Inflation liegt damit inzwischen deutlich über dem Zielwert der Notenbank, die zwei Prozent Teuerung als Optimalwert anstrebt.

Auch in den USA und der Euro-Zone lag die Teuerung über den Zielmarken der Notenbanken. Angetrieben werden die Preise unter anderem durch die Erholung nach dem kräftigen Wirtschaftseinbruch in der Corona-Krise und Lieferengpässe.

Im Vereinigten Königreich sind mittlerweile mehr als 70 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft, zudem wurden die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die Wirtschaft hat einen erheblichen Teil des historischen Konjunktureinbruchs von rund zehn Prozent im vergangenen Jahr wieder aufgeholt.

Zu den Risiken, die die Währungshüter aber weiterhin umtreiben, gehören die Verbreitung der Delta-Variante, die die Erholung bremsen könnte, und die Entwicklung am Arbeitsmarkt. So will die britische Regierung das in der Krise beschlossene Kurzarbeiter-Programm nicht über Ende September hinaus verlängern.

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