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Geldpolitik Türkische Notenbank könnte Zinsen womöglich erneut anheben

Im Kampf gegen zu hohe Inflation und eine schwache Lira behält sich die türkische Zentralbank weitere Zinssenkungen vor – gegen den Willen des Staatspräsidenten.

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Der neue Notenbankchef verfolgt eine straffere Geldpolitik. Quelle: Reuters

Die türkische Zentralbank will im Kampf gegen Währungsverfall und hohe Inflation notfalls nachlegen und die Zinsen erneut anheben. „Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir die Geldpolitik straffen, wenn nötig“, sagte der neue Notenbankchef Naci Agbal am Mittwoch in einer Online-Präsentation. „Im Jahr 2021 werden wir einen straffen Kurs in der Geldpolitik beibehalten, bis die Inflation dauerhaft sinkt.“

Die Währungshüter sehen sich mit einer Teuerungsrate im zweistelligen Prozentbereich konfrontiert. Zugleich hat die türkische Lira einen Sinkflug hingelegt – zum Dollar büßte sie dieses Jahr etwa ein Viertel an Wert ein. Um gegen beide Entwicklungen vorzugehen, hatte die Zentralbank ihren Leitzins im November von 10,25 auf 15,0 Prozent angehoben. Staatschef Recep Tayyip Erdogan, eigentlich ein Gegner höherer Zinsen, hat sich zuletzt offen für einen geldpolitisch härteren Kurs gezeigt und seinen Vertrauten Agbal zum Zentralbankchef ernannt.

Dieser will die aufgebrauchten Devisenvorräte wieder auffüllen. Die Nettowährungsreserven sind in diesem Jahr um mehr als die Hälfte gesunken, was größtenteils auf kostspielige staatliche Interventionen auf den Devisenmärkten zurückzuführen ist. Damit sollte der Lira-Kurs gestützt werden. „Unser Ziel ist es, die Devisenreserven schrittweise zu stärken“, sagte Agbal.

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