Geldpolitik Ungarn erhöht Leitzinsen überraschend stark – Landeswährung legt zu

Die ungarische Notenbank reagiert auf die höchste Inflation seit 14 Jahren. Experten rechnen mit noch weiteren Zinserhöhungen.

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Die Inflationsrate im Land stieg zuletzt auf über sieben Prozent. Quelle: Reuters

Die ungarische Zentralbank versucht, der steigenden Inflation mit der größten Zinserhöhung seit einem Jahrzehnt Herr zu werden. Die Währungshüter hoben den Schlüsselzins am Dienstag um 50 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent an. Einen solch großen Schritt hatte es zuletzt Ende 2011 gegeben. Analysten hatten mit einer geringeren Zinsanhebung gerechnet. Der Forint legte im Vergleich zum Euro zu.

Die Inflation in Ungarn war zuletzt auf ein 14-Jahres-Hoch von 7,4 Prozent gestiegen und ein Rückgang ist angesichts der anhaltend hohen Rohstoffpreise und der globalen Lieferprobleme kurzfristig nicht in Sicht. Experten gehen davon aus, dass die Notenbanker noch weitere Zinserhöhungen in Betracht ziehen. „Wir erwarten, dass der Leitzins in den kommenden Monaten auf 3,50 bis 4,00 Prozent angehoben wird“, sagte Volkswirt Liam Peach von Capital Economics.

Die Verbraucherpreise nehmen derzeit weltweit zu. In Deutschland sind sie im Dezember um 5,3 Prozent gestiegen, so stark wie seit 1992 nicht mehr. Dennoch will die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer Nullzinspolitik zunächst festhalten. Die US-Notenbank Fed will dagegen voraussichtlich im März die Zinswende einleiten und in diesem Jahr mehrmals die Leitzinsen anheben.

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