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Geldpolitik Weidmann präzisiert Kritik an EZB-Entscheidung

Bundesbankpräsident Weidmann hat seine seine kritische Haltung zu den Anleihenkäufe der EZB bekräftig. Eine Deflationsgefahr sei nicht zu erkennen.

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Weidmann erneuert Kritik an EZB-Entscheidung. Quelle: Reuters

Jens Weidmann hat seine Kritik an den jüngsten Lockerungsmaßnahmen der EZB präzisiert. Dass der Einlagesatz auf minus 0,5 Prozent gesenkt wurde, finde seine Zustimmung, betonte er am Freitag in Stuttgart. „Angesichts des verschlechterten Inflationsausblicks hielt ich den Zinsschritt für angemessen.“ Der EZB-Rat habe aber ein Paket an Maßnahmen beschlossen, das er „in seiner Gesamtheit als zu weitgehend“ empfinde. „Dabei sehe ich vor allem die Wiederaufnahme der Nettokäufe von Wertpapieren kritisch, die auch die Zinsen für langfristige Anleihen noch weiter in den negativen Bereich drücken sollen“, fügte er hinzu. Durch den umfangreichen Ankauf von Staatsanleihen drohe die Trennlinie zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik zu verschwimmen.
Der EZB-Rat hatte auf seiner Sitzung am 12. September höhere Strafzinsen beschlossen, gekoppelt mit Erleichterungen für Geldhäuser. Zudem sollen die auch im EZB-Rat intern umstrittenen Anleihenkäufe wiederaufgenommen werden. Ab November sollen pro Monat neue Käufe von 20 Milliarden Euro hinzukommen. Sie sollen erst gestoppt werden, wenn die EZB kurz vor einer Zinserhöhung steht. Der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi begründete die Maßnahmen mit den zunehmend schlechten Konjunkturaussichten. Weidmann hatte EZB-Chef Draghi wegen des Maßnahmenpakets in der „Bild“ kritisiert: „Aus meiner Sicht ist er damit aber über das Ziel hinausgeschossen.“ Die wirtschaftliche Lage sei nicht wirklich schlecht. Die Löhne stiegen deutlich und die Gefahr einer Deflation sei nicht zu erkennen.

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