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Goldman Sachs Die Goldmänner und die Normalos

Die elitäre Investmentbank soll demnächst iPhones finanzieren. Eine bodenständige Strategie.

Eine Abteilung namens „Marcus“ vergibt jetzt online Verbraucherkredite. Quelle: Reuters

New YorkMein iPhone? Das finanziert Goldman Sachs. Klingt gut und könnte schon bald Realität werden. Goldman und Apple sollen darüber verhandeln, dass die Bank in die Finanzierung der teuren Smartphones einsteigt.

Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht? Die elitäre und mächtige New Yorker Investmentbank gibt sich mit Kunden ab, die nicht mal eben 1000 Dollar für das neueste iPhone hinblättern können. Man könnte sich fragen, wie tief Goldman Sachs noch sinken kann.

Tatsächlich ist es Teil der neuen Strategie der Bank, auf Konsumentenkredite zu setzen. Dafür hat Goldman Sachs eigens eine Abteilung mit dem Namen „Marcus“ gegründet. Seit 2016 vergibt diese online Verbraucherkredite und dringt damit in das Geschäft des einst geschmähten Retail-Bankings der Normalos.

Genau genommen leiht man sich also bei „Marcus“ das Geld fürs neue Smartphone. Das klingt auch gleich viel bodenständiger. Bodenständiger sollen auch die Geldflüsse aus dem Retail-Kunden-Geschäft sein.

Das klassische Investmentbanking mit Fusionen und Übernahmen, Börsengängen und Anleihe-Emissionen ist schließlich von Natur aus volatil. Das Handelsgeschäft lief zuletzt eher bescheiden. Das Geschäft von Marcus ist vielleicht nicht so glamourös, aber dafür weniger schwankend, so das Kalkül.

iPhone-Kunden sollen schließlich regelmäßig jeden Monat ihre Raten zahlen. Natürlich in der Hoffnung, dass sie als brave Apple-Jünger auch beim nächsten iPhone mit dabei sind. Und gratis-PR ist beim Thema iPhone im Paket auch gleich inbegriffen.

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