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Goldman Sachs Fast ein Viertel der temporären Entlassungen könnten dauerhaft sein

Über 18 Millionen Amerikaner wurden im April als temporär arbeitslos eingestuft. Die US-Bank geht davon aus, dass fast ein Viertel der Stellenstreichungen permanent sind.

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Wegen der Coronakrise haben in den USA im April mehr als 20 Millionen Menschen ihre Jobs verloren. Quelle: dpa

Die Wiedereinstellung von vorübergehend entlassenen Arbeitnehmern wird in den kommenden Monaten die Erholung des US-Arbeitsmarktes weiter anschieben. Jedoch geht Goldman Sachs Group Inc. davon aus, dass fast ein Viertel dieser Stellenstreichungen permanent sein wird.

In den ersten Monaten der Pandemie haben US-Arbeitgeber mehr als 22 Millionen Mitarbeiter entlassen. Aber es gab einen Hoffnungsschimmer bei dieser traurigen Entwicklung: Die meisten dieser Kündigungen wurden als vorübergehend betrachtet. Mehr als 18 Millionen Personen wurden im April als temporär arbeitslos eingestuft.

Als die Volkswirtschaften sich wieder zu öffnen begannen, trug die Wiedereinstellung vieler dieser Arbeitnehmer dazu bei, die Erholung des Arbeitsmarktes im Mai, Juni und Juli voranzutreiben. Und angesichts von mehr als 9,2 Millionen Arbeitslosen, die noch als vorübergehend betrachtet werden, „scheint der Arbeitsmarkt im späteren Jahresverlauf noch Potenzial für weitere große Beschäftigungszuwächse zu haben“, schrieb Joseph Briggs, ein Ökonom bei Goldman Sachs, am Freitag in einer Analyse.

In gewisser Weise könnte die erstaunliche Anzahl vorübergehend entlassener Arbeitnehmer der Erholung Rückenwind verschaffen. Diese Arbeitnehmer haben tendenziell bessere Einstellungsaussichten, und das Risiko eines Abrutschens in eine dauerhafte Arbeitslosigkeit bleibt relativ gering. So erwartet Goldman, dass die Wiedereinstellungen den größten Teil des Nettoanstiegs von 5,6 Millionen bei den Arbeitsplätzen ausmachen, den die Bank später in diesem Jahr erwartet.

Allerdings signalisieren „andere Muster, dass sich die Aussichten für die Wiedereinstellung von vorübergehend entlassenen Arbeitnehmern im Juli verschlechterten“, schrieb Briggs. Goldman Sachs rechnet nun damit, dass fast ein Viertel der vorübergehenden Entlassungen dauerhaft sein wird. Etwa 2 Millionen dieser Erwerbslosen könnten bis weit ins Jahr 2021 hinein arbeitslos bleiben.

Zwar bleibt die Übergangsrate von vorübergehender Arbeitslosigkeit zu dauerhafter historisch niedrig. Aber die Zahl hat sich von Juni bis Juli nahezu verdoppelt, und Goldman erwartet weitere Zunahmen, da die steuerliche Unterstützung und das Hilfsprogramm Paycheck Protection Program auslaufen.

Gleichzeitig signalisieren Umfragedaten vom National Opinion Research Center der University of Chicago, dass die Arbeitnehmer bezüglich einer Rückkehr an ihren alten Arbeitsplatz zunehmend pessimistisch sind.

„Insgesamt deuten diese Muster darauf hin, dass vorübergehend entlassene Arbeitnehmer die Erholung des Arbeitsmarktes für den Rest des Jahres 2020 ankurbeln werden. Allerdings werden sie mit steigender Dauer, die sie von ihrem vorherigen Arbeitsplatz weg sind, zunehmend in die dauerhafte Arbeitslosigkeit abrutschen“, schrieb Briggs.

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