WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Greensill-Pleite Banken müssen Beiträge zur Einlagensicherung wohl um 50 Prozent erhöhen

Die Beiträge von Deutsche Bank, Commerzbank und anderen Banken sollen in den nächsten vier Jahren um jeweils rund 275 Millionen Euro pro Jahr steigen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der Zusammenbruch der Greensill Bank wird für andere deutsche Banken teuer. Quelle: dpa

Die gesetzliche Einlagensicherung der deutschen Privatbanken wird die Beiträge ihrer Mitglieder um mehr als 50 Prozent erhöhen, nachdem die Pleite der Greensill Bank ein tiefes Loch in die Kasse gerissen hat. Das geht aus einer internen Berechnung vor, die der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt.

Die Beiträge von Deutsche Bank, Commerzbank und den anderen Mitgliedern der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) werden in den nächsten vier Jahren um jeweils rund 275 Millionen Euro pro Jahr steigen, Im letzten Jahr beliefen sich die Beiträge auf 483 Millionen Euro. Ein Sprecher der EdB wollte sich nicht zu dem Thema äußern.

Grund für die Erhöhung ist, dass die gesetzlich verankerte EdB Greensill-Einleger mit 1,1 Milliarden Euro entschädigen musste, trotzdem aber bis 2024 den Zielbetrag von 0,8 Prozent der geschützten Einlagen erreichen muss. Für die ohnehin schon angespannte Kostensituation der Bankenbranche kommt die Erhöhung ungelegen.

Die Deutsche Bank sagte bereits am Mittwoch, sie erwarte wegen der Greensill-Pleite zusätzliche Beiträge in Höhe von insgesamt 250 Millionen Euro. Die Commerzbank hat sich noch nicht zu dem Thema geäußert.

Nach dem Zusammenbruch der Greensill Bank hatten die EdB und ein freiwilliger Fonds, mit dem auch Einlagen über 100.000 Euro abgesichert sind, bis Anfang April 2,7 Milliarden Euro an 20.500 geschädigte Einleger der Greensill Bank ausgezahlt. Auf die gesetzliche EdB entfielen dabei 1,1 Milliarden Euro. Sie ist in der Insolvenzordnung privilegiert und könnte daher einen größeren Teil aus der Abwicklung der Greensill Bank erhalten.

Zum einen trägt der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (ESF) einen größeren Teil des Schadens, zum anderen ist er in der Insolvenzordnung anders als die EdB nicht bevorrechtigt. Daher könnte es auch hier zu Nachschussforderungen kommen. Der Bundesverband der deutschen Banken plant Änderungen am ESF, um zukünftige Zahlungen stärker zu beschränken.

Auch im benachbarten Österreich hat im vergangenen Jahr die Pleite zweier Kleinstbanken die Einlagensicherung empfindlich dezimiert. Dort fehlt eine halbe Milliarde Euro, die Beiträge müssen um mehr als zwei Drittel steigen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%