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Grossbank Detektiv-Affäre: UBS soll Khan zu Rücknahme der Anzeige drängen

Der neue UBS-Top-Manager wirft der Credit Suisse vor, ihn beschattet zu haben. Laut einem Bericht will die Schweizer Bank die Angelegenheit aber nicht öffentlich klären.

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Die UBS befürchtet laut einem Bericht, dass bei Ermittlungen unvorteilhafte Details über Khan ans Tageslicht kommen. Quelle: Bloomberg

Die Schweizer Großbank UBS dringt einem Pressebericht zufolge darauf, dass ihr neuer Spitzenmanager Iqbal Khan seine Anzeige wegen Beschattung durch seinen früheren Arbeitgeber Credit Suisse fallenlässt. Der UBS-Verwaltungsrat würde es begrüßen, wenn Khan seinen Strafantrag gegen die drei auf ihn angesetzten Privatdetektive zurückziehen würde, berichtete die „SonntagsZeitung“ unter Berufung auf Kreise, die dem Gremium nahestehen.

Das Geldhaus halte es für möglich, dass ein Prozess Risiken sowohl für Khan als auch für die Bank beinhalten könnte. Dies könne etwa der Fall sein, wenn neue Details ans Tageslicht kämen, die Khan belasten. Der Topmanager könne auch in Verlegenheit geraten, wenn die Strafverfolger ihre Ermittlungen ergebnislos einstellen.
Khan arbeitet seit Oktober für die UBS. In seinen letzten Wochen bei der Credit Suisse war er in deren Auftrag im September von Privatdetektiven beschattet worden. Der Manager zeigte einen von ihm auf frischer Tat ertappten Verfolger bei der Polizei an. Die Angelegenheit hinterließ bei Credit Suisse einen schweren Reputationsschaden.

Die Bank nahm Konzernchef Tidjane Thiam anschließend aus der Schusslinie. Die Verantwortung für die Beschattung übernahm Thiams engster Vertrauter: Der für das operative Geschäft zuständige Pierre-Olivier Bouee trat zurück, ebenso der Sicherheitschef des Instituts. Die UBS wollte sich nicht zu dem Zeitungsbericht äußern. Sie betonte lediglich, dass Khan sich voll auf seine neue Rolle bei der UBS konzentriere.

Mehr: Die Überwachung des Bankers Iqbal Khan hat das Image des Finanzplatzes Schweiz ramponiert. Die Credit Suisse muss ihre Kultur auf den Prüfstand stellen, meint Handelsblatt-Korrespondent Michael Brächer.

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