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Halbleitermangel Qualcomm offen für Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern in Europa

Viele Autohersteller leiden unter dem aktuellen Chipmangel. Es gebe konstruktive Gespräche, um die Autochip-Produktion anzukurbeln, sagt Qualcomm-Chef Amon.

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„Es gibt sehr konstruktive Gespräche“, sagt Firmenchef Cristiano Amon. Quelle: dpa

Der US-Halbleiterhersteller Qualcomm gibt sich offen für die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern in Europa, um die Autochip-Produktion anzukurbeln. „Es gibt sehr konstruktive Gespräche“, sagte Firmenchef Cristiano Amon der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Automesse IAA in München. Diese würden durch die französische Regierung geführt wie auch auf EU-Ebene. Im Moment konzentrierten sich in Europa zwar die meisten Auftragsfertiger auf die Massenproduktion, doch werde vermehrt über Investitionen in die High-End-Produktion debattiert.

Bisher lässt Qualcomm kaum in Europa produzieren und arbeitet vor allem mit Taiwan Semiconductor Manufacturing, Samsung Electronics, GlobalFoundries und Semiconductor Manufacturing International in Taiwan, Südkorea und den USA zusammen.

Die akute Chip-Knappheit hat die Abhängigkeit der europäischen Autokonzerne von asiatischen Zulieferern offengelegt. Nun versucht die EU, mit verschiedenen milliardenschweren Investitionen Abhilfe zu leisten, um die Produktion in Europa hochzufahren. Das weckte bereits das Interesse von Intel, die nun in Irland auch Chips für Fahrzeuge produzieren wollen. Zudem kündigte Firmenchef Pat Gelsinger auf der IAA an, bis zu 80 Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren in zwei Fabriken in Europa zu stecken. Details sollen noch in diesem Jahr bekanntgegeben werden. Deutschland macht sich aktuell Hoffnungen, den Zuschlag für ein Werk ergattern zu können.

Qualcomm aus Kalifornien ist der weltweit größte Zulieferer von Handychips und baut zudem sein Standbein im Autosektor aus, wo es Halbleiter für Dashboards und Infotainment-Systeme anbietet. Um in dem Bereich noch größer zu werden, will der US-Konzern den schwedischen Autoteilehersteller Veoneer für 4,6 Milliarden Dollar übernehmen. „Wir sind in der Autoindustrie, um zu bleiben“, sagte Amon. Es gebe Beziehungen zu allen deutschen Autokonzernen.

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