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Hambacher Forst Hacker legen Internetseite von RWE lahm - Räumungsarbeiten gehen weiter

Hacker haben die Webseite von RWE vorrübergehend lahm gelegt. Die Polizei setzte am Montag die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst fort.

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Im Hambacher Forst wird ein Aktivist von Polizisten abgeführt. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wurden am Montag die ersten Räumungsverfügungen nach einem mehrtägigen Moratorium ausgesprochen. Quelle: dpa

Essen Hacker haben die Internetseite des Energiekonzerns RWE lahmgelegt. Das Unternehmen habe Strafanzeige gegen unbekannt erstattet, teilte ein RWE-Sprecher am späten Montagabend mit. Eine Flut gesteuerter Anfragen habe die Leistungsfähigkeit des Servers erheblich reduziert. „In der Folge war die Website zeitweise nur schwer oder mancherorts gar nicht erreichbar“, erklärte der Sprecher. IT-Spezialisten des Unternehmens seien damit beschäftigt, das Problem zu lösen. Sicherheitseinrichtungen des Unternehmens waren den Angaben zufolge nicht betroffen.

Seit einigen Tagen kursierte im Internet ein Video mit dem Titel „Anonymous Operation: RWE Abschalten“. Dort liest eine maskierte Person mit Computerstimme vor: „Hallo Welt, hallo RWE. Sollten Sie nicht sofort die Rodung des Hambacher Forsts einstellen, werden wir Ihre Server angreifen und Ihre Seiten abschalten, solange, bis Ihr Konzern einen wirtschaftlichen Schaden davon trägt, dass Sie sich nicht mehr davon erholen.“ Ob der Hacker-Angriff auf RWE damit etwas zu tun hat, konnte zunächst nicht verifiziert werden.

RWE steht seit Wochen in der Kritik, weil das Unternehmen ein Waldgebiet westlich von Köln abholzen will, um weiter Braunkohle abzubauen. Gegen die Rodung des Hambacher Forstes gibt es heftigen Widerstand. Umweltschützer fordern einen Aufschub, bis die derzeit tagende Kohlekommission einen Plan für den Kohleausstieg vorlegt.

Am Montag setzen die Behörden die Räumung von Baumhäusern der Aktivisten fort. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums wurden am Montag die ersten Räumungsverfügungen nach dem mehrtägigen Moratorium ausgesprochen. Nach dem Unfalltod eines 27 Jahre alten Journalisten hatte die Landesregierung die Räumung der Baumhütten am vergangenen Mittwoch vorerst gestoppt.

Der 27-Jährige war in dem seit Jahren von Aktivisten besetzt gehaltenen Waldgebiet zwischen Köln und Aachen durch die Bretter einer mindestens 15 Meter hohen Hängebrücke gebrochen, die zwischen zwei Baumhäusern gespannt war. Er starb noch am Unglücksort. Die Landesregierung stoppte daraufhin die bis dahin laufende Räumung der Baumhütten im Wald.

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