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Handelsbilanz Weidmann verteidigt deutschen Exportüberschuss

Der Exportüberschuss ist gut für die deutsche Wirtschaft – führt aber international immer wieder zu Kritik. Bundesbank-Präsident Weidmann verteidigt den Handelsbilanzüberschuss. Auch die EU-Geldpolitik trage zu dieser bei.

Nicht rücksichtsloses Gewinnstreben, auch äußere Faktoren tragen zum anhaltenden deutschen Exportüberschuss bei, sagt Bundesbank-Präsident Weidmann. Er sei unter anderem Ergebnis der internationalen Geldpolitik und unternehmerischer Entscheidungen im Ausland. Quelle: Reuters

FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die kräftigen Überschüsse in der deutschen Handelsbilanz gegen Kritik verteidigt. Der merkliche Anstieg sei zuletzt eine Folge der niedrigen Öl- und Rohstoffpreise und des relativ schwachen Euro gewesen, sagte Weidmann am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. Was den Euro betreffe, spiegele der erhöhte Handelsbilanzüberschuss auch die sehr lockere Geldpolitik in der Euro-Zone wider, ergänzte er. Deutschland gerät wegen seiner enormen Exportüberschüsse immer wieder international in die Kritik.

Der deutsche Überschuss sei das Ergebnis von Entscheidungen der Unternehmen und Verbraucher in Deutschland und im Ausland, sagte Weidmann. „Ich kenne keine fehlgerichteten Initiativen wie protektionistische Maßnahmen zur Verhinderung von Importen oder zur Förderung von Exporten.“ Auch gebe es keine Manipulation des Wechselkurses, um Leistungsbilanzüberschüsse zu schaffen. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts erzielte Deutschland 2017 wegen seiner Exporterfolge den weltweit größten Überschuss in der Leistungsbilanz. Mit umgerechnet 287 Milliarden Dollar fiel er demnach mehr als doppelt so groß wie der von Exportweltmeister China. Damit lag Deutschland zum zweiten Mal in Folge vor allen anderen Ländern.

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