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Handelsblatt-Jahrestagung Bankenaufsicht Bafin fürchtet schmerzhafte Coronafolgen für deutsche Banken

Viele Geldhäuser schätzen die Risiken durch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu gering ein, meint der deutsche Finanzaufseher Raimund Röseler.

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Die Finanzaufsicht sieht schwere Zeiten auf deutsche Banken zukommen. Quelle: dpa

Die Finanzaufsicht Bafin warnt die Banken vor zu viel Unbekümmertheit in der Coronakrise. Viele Geldhäuser seien beim Thema Kreditausfälle nach wie vor tiefenentspannt, sagte Bafin-Exekutivdirektor Raimund Röseler am Dienstag bei einer Veranstaltung des Handelsblatts.

„Durch den neuen Lockdown ist die Skepsis ein bisschen gestiegen, aber viele Banken sehen nach wie vor nicht große Risiken, was ich persönlich erstaunlich finde.“ Andere Institute seien dagegen sehr, sehr skeptisch und teilten eher die Ansicht der Aufsicht, dass man durch die staatlichen Hilfsprogramme und den Änderungen des Insolvenzrechts Zeit gewonnen habe.

„Die Corona-Krise wird für viele Banken noch schmerzhafte Folgen haben“, warnte Röseler, der bei der BaFin für die Bankenaufsicht zuständig ist. Das ein oder andere Institut werde vom Markt verschwinden, aber eine systemische Bankenkrise erwarte er nicht.

Angesichts der drohenden Belastungen könne er sich nicht vorstellen, dass die EZB-Bankenaufsicht im Dezember ihre Empfehlung zum Dividendenstopp komplett aufheben werde. „Wir werden auch im Dezember mindestens dazu mahnen, dass man sehr zurückhaltend ist, wenn es darum geht, Kapital aus dem System abzuziehen. Das gilt für Dividenden und das gilt natürlich auch für Boni“, sagte Röseler. „Wir erwarten da allergrößte Zurückhaltung.“

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