Hauptversammlung Berlusconi-Holding MFE will Einzelentlastung bei ProSiebenSat.1

Die Hauptversammlung von ProSiebenSat.1 droht ungemütlich zu werden. Hintergrund sind Differenzen zwischen dem Berlusconi-Konzern und Vorstand sowie Aufsichtsrat.

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Die vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dominierte Fernsehholding MFE-Mediaforeurope ist größer Aktionär. Quelle: Reuters

Vorstand und Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 droht auf der Hauptversammlung Ungemach von Seiten des größten Aktionärs. Die vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dominierte Fernsehholding MFE-Mediaforeurope hat beantragt, die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat am 5. Mai einzeln zu entlasten, wie sie am Dienstag erklärte. Das sei gute Praxis und im eindeutigen Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre. ProSiebenSat.1 hat den Gegenantrag, den MFE eigenen Angaben zufolge schon vor einer Woche gestellt hat, bisher nicht veröffentlicht. Mit einer verweigerten Entlastung könnte der Großaktionär seinen Unmut deutlich machen, rechtliche Konsequenzen hätte sie nicht.

MFE, ehemals als Mediaset bekannt, reibt sich vor allem an Vorstandschef Rainer Beaujean, der die Italiener auf Distanz hält, und am scheidenden Aufsichtsratschef Werner Brandt, von dem sie sich bei der Neubesetzung des Gremiums übergangen fühlt. Brandts Nachfolge soll der ehemalige Springer-Manager Andreas Wiele antreten. Einen eigenen Kandidaten für den Aufsichtsrat hat MFE bisher nicht nominiert, hat dafür aber noch bis Ende nächster Woche Zeit.

Der Antrag auf Einzelentlastung dürfte gute Chancen haben, wenn sich ihm einige weitere Aktionäre anschließen. 2021 waren auf der virtuellen Hauptversammlung 57 Prozent des Kapitals vertreten. Eine Stellungnahme von ProSiebenSat.1 zu dem Vorstoß war zunächst nicht zu erhalten.

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