Herstellerpreise Erzeugerpreise in Eurozone klettern im Rekordtempo von 37,2 Prozent

Insbesondere in einer Branche gibt es einen kräftigen Anstieg – von 99,2 Prozent. Damit nimmt auch der Druck auf die EZB zu.

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Angetrieben von hohen Kosten für Öl und Gas kletterten die Verbraucherpreise im Mai um 8,1 Prozent. Quelle: Reuters

Die Preise der Hersteller in der Eurozone steigen wegen der steigenden Kosten im Energiesektor in Rekordgeschwindigkeit. Die Erzeugerpreise in der Industrie lagen im April um 37,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem Anstieg von 38,5 Prozent gerechnet. Im März hatte das Plus noch bei der alten Rekordmarke von 36,9 Prozent gelegen.

Allein bei Energie gab es diesmal einen kräftigen Anstieg von 99,2 Prozent. Die Preise für die in der Produktion wichtigen Vorleistungsgüter legten um mehr als 25 Prozent zu. Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation.

In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben.

Die Inflation ist im Euroraum derzeit auf dem Vormarsch und weit über die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent hinausgeschossen. Angetrieben von hohen Kosten für Öl und Gas kletterten die Verbraucherpreise im Mai um 8,1 Prozent – der höchste Wert seit Bestehen der Währungsunion.

Damit nimmt der Druck auf die Währungshüter noch einmal kräftig zu, nach Jahren der weit offenen Geldschleusen die Nullzinspolitik zu beenden. Andere große Notenbanken wie die Fed in den USA haben angesichts des starken Preisauftriebs bereits die Zinsen erhöht.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte kürzlich in Aussicht gestellt, dass die Währungshüter voraussichtlich bis Ende September die Ära der Negativzinsen beenden. Experten gehen derzeit davon aus, dass die Notenbank auf ihrer Zinssitzung am 9. Juni zunächst das Ende ihrer Staatsanleihenkäufe beschließen wird und dann im Juli erstmals die Zinsen erhöht. Es wäre die erste Zinsanhebung seit 2011.

Mehr: Sechs Gründe für die hohe Inflation – und was dagegen hilft

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