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Ignazio Visco Berlusconi greift Italiens Notenbankchef an

Italiens Notenbank-Chef wird vorgeworfen, zu lange tatenlos dem Niedergang italienischer Banken zugesehen zu haben. Nach der Kritik zahlreicher Politiker mischt sich jetzt auch Ex-Regierungs-Chef Silvio Berlusconi ein.

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Kritiker werfen Ignazio Visco vor, im Zuge der Bankenkrise nicht den erforderlichen Maßnahmen nachgekommen zu sein, um italienische Banken vor der Gefahr von Risiko-Darlehen zu schützen. Quelle: dpa

Rom Italiens Notenbank-Gouverneur Ignazio Visco kommt immer stärker unter Beschuss. Nun reihte sich auch Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi in den Kreis der Politiker ein, die Visco öffentlich angreifen. „Die Bank von Italien hat nicht die Kontrolle ausgeübt, die von ihr erwartet wurde“, sagte Berlusconi am Donnerstag vor Journalisten in Brüssel. Viscos Amtszeit läuft zum Monatsende aus, und bis zuletzt galt eine Verlängerung als ausgemacht Sache. Doch das ist inzwischen völlig offen, nachdem die regierende Demokratische Partei (PD) am Dienstag einen Antrag ins Parlament einbrachte, in dem eine neue Phase bei der Notenbank gefordert wird.

Im Zuge der Bankenkrise hatten zehn Geldhäuser in Italien binnen zwei Jahren ihre Tore schließen müssen. Insbesondere die oppositionelle populistische Fünf-Sterne-Bewegung warf Visco vor, dem Anwachsen fauler Kredite bei den Banken zu lange zugeschaut zu haben. Doch die PD und ihre kleineren Verbündeten hatten den Notenbankchef bislang nicht so offen angegriffen.

Der Chef der Banca d'Italia wird von Staatspräsident Sergio Mattarella benannt. Dieser stützt sich dabei auf die Empfehlung der Regierung und des internen Aufsichtsorgans der Notenbank. Nach dem PD-Vorstoß war Mattarella dem Notenbank-Chef zur Seite gesprungen. Laut einem Insider aus dem Umfeld der Regierung unterstützt Mattarella eine zweite Amtszeit von Visco. Doch angesichts der wachsenden Kritik dürfte ihm die Entscheidung nun deutlich schwerer fallen.

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