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Ikea in der Innenstadt Köttbullar statt Kauflust

Mit Tamtam eröffnete Ikea 2014 das erste Innenstadthaus in Hamburg-Altona. Doch die Kunden gehen dort lieber essen als Möbel kaufen. Denn um ein Regal zu bekommen, müssen sie andere Wege gehen als in den großen Filialen.

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Zehn Fakten über das schwedische Möbelhaus
Ingvar Kamprad Quelle: REUTERS
Das Foto aus dem Jahr 1974 zeigt das erste in Deutschland eröffnete Ikea-Möbelhaus in Eching bei München Quelle: dpa
Ikea Köttbullar Quelle: dpa
Wie Ikea zu seinem Namen kam Quelle: dpa
Der Ikea-Katalog ist beliebter als die Bibel
Das Bücherregal „Billy“ ist einer der Ikea-Verkaufsschlager schlechthin Quelle: dpa
Ikeas "Klippan" ist nicht nur ein Sofa für die Studentenbude, sondern auch ein kleines Kaff in der schwedischen Provinz. Quelle: dpa

Sieben, acht Leute wollen an der gläsernen Theke Essen bestellen, doch der Mitarbeiter bremst seinen übereifrigen Kollegen. „Mach mal langsamer, die Kassen sind voll“, sagt der hochgewachsene Mann. Der Angesprochene hinter der Essensausgabe, ein dunkelhaariger Mittzwanziger mit blauer Kappe, lächelt seinen nächsten Kunden entschuldigend an. Die Bestellung muss noch warten, die Fleischbällchen bleiben in dem silbernen Behälter liegen.

Die Szene stammt aus einem Ikea-Restaurant – um zwölf Uhr mittags an einem Donnerstag. Dass der schwedische Möbelkonzern an einem Wochentag so viele Kunden zur Mittagszeit anzieht, ist ungewöhnlich für das Einrichtungshaus. Üblicherweise liegen die blauen Kästen mit den vier gelben Großbuchstaben so weit außerhalb der Stadtgrenzen, dass die Verbraucher nur dann dort essen gehen, wenn sie ohnehin gerade dort einkaufen, also eher am Wochenende.

Wer bei Ikea kauft

Doch in Hamburg-Altona gehört der Andrang mitten in der Woche zum Alltag. Denn die im Juni 2014 eröffnete Filiale liegt in der Fußgängerzone, der schwedische Konzern bewirbt sie als das „weltweit erste Innenstadthaus“ – auch, wenn das „weltweit“ nicht wirklich stimmt. Trotzdem könnte Ikea mit seinem Prototyp in Hamburg-Altona ein Vorbild für andere Möbelhäuser werden. Zumindest dann, wenn die Kunden irgendwann auch zum Möbelkauf kommen und nicht nur zum Mittagessen.

„Viele glaubten, wir hätten keine Möbel“

Wer sich die Besucherzahlen anschaut, könnte meinen, der Ikea in Hamburg-Altona sei ein Erfolgsmodell. Das Innenstadt-Möbelhaus gehört nach Firmenangaben zu den fünf Ikea-Filialen mit den meisten Besuchern in Deutschland. Insgesamt betreibt Ikea 48 Standorte im Land. Die hohen Besucherzahlen in Altona lassen sich vor allem mit dem Andrang im Restaurant erklären: Familien, Hemdträger, ältere Menschen mit Gehhilfe, junge Paare treffen sich zum Mittagessen bei Köttbullar und Pommes.

Ikea ist in Deutschland auf Wachstumskurs

Doch das Möbelhaus in der Innenstadt ist trotz der vielen Kunden keine reine Erfolgsgeschichte. Denn die Kunden lassen im Mittel weniger Geld da. „Der Durchschnittsbon liegt bei uns deutlich niedriger als in anderen Häusern“, sagt Christian Mollerus, Geschäftsführer der Filiale. Das Problem: „Viele Kunden haben anfangs geglaubt, wir hätten keine Möbel.“

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