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In eigener Sache So war unser 90. Geburtstag

Mit einer großen Party feierten Leser und Mitarbeiter unsere 90 Jahre junge Zeitschrift und die Gründung des WirtschaftsWoche-Clubs. Optimismus und Wettstreit der Ideen bleiben die Energiequellen.

Impressionen der großen Jubiläumsparty
Die Feier fand unter dem Motto "Touch the Future" im Port Seven statt, einer der angesagtesten Locations im Düsseldorfer Medienhafen. Optimismus und Wettstreit der Ideen bleiben die Energiequellen, schreibt unser Autor in seinem Bericht, der hier nachgelesen werden kann. Quelle: Meiko Hermann für WirtschaftsWoche
Gäste konnten sich mit Rikschas an den Veranstaltungsort bringen lassen. Quelle: Werner Schuering für WirtschaftsWoche
Touch the Future Quelle: Meiko Hermann für WirtschaftsWoche
WiWo.Cover Quelle: Werner Schuering für WirtschaftsWoche
Frau mit VR-Brille. Quelle: Meiko Hermann für WirtschaftsWoche
VR-Brille. Quelle: Meiko Hermann für WirtschaftsWoche
Technisches Gadget. Quelle: Meiko Hermann für WirtschaftsWoche

Die 90-jährige Jubilarin, die am Freitagabend im Düsseldorfer Medienhafen gefeiert wurde, zeigte sich quicklebendig - und wie eh und je der Zukunft zugewandt. „Touch the Future“ war das Motto der Feier, die gleichzeitig die Geburtsstunde des künftigen WirtschaftsWoche-Clubs war.

Die meisten der rund 700 Geburtstagsgäste waren Leser und Mitglieder des WirtschaftsWoche-Clubs. Viele von ihnen sind Unternehmer. Wie Holger Ebenau, der einen Versandhandel für Wellness- und Yoga-Bedarf aufgebaut hat und mittlerweile 32 Angestellte beschäftigt: „Ich erhoffe mir vom WirtschaftsWoche-Club vor allem, andere Unternehmer kennenzulernen, mit denen ich mich austauschen kann. Die Idee der Interaktion einer Zeitschrift mit Ihren Lesern finde ich sehr reizvoll.“

Interessante Leute kennenzulernen, war nicht schwer. Zum Beispiel den prominenten Ökonomen und regelmäßigen WiWo-Gast-Autor Hans-Werner Sinn. Umringt von vielen jungen Lesern diskutierte er über die europäische Schuldenkrise, die Politik der EZB und die Arbeitswelt der Zukunft. Was er der Bundesregierung rät, wird er voraussichtlich in seinem nächsten WiWo-Beitrag veröffentlichen.

Unter den prominenten Gästen des Abends waren außerdem die nordrhein-westfälische Vizeministerpräsidentin Sylvia Löhrmann, ihr Kabinettskollege Finanzminister Norbert Walter-BorjansHSBC-Chef Andreas Schmitz, Grohe-CEO Michael Rauterkus und der bekannte Startup-Investor Frank Thelen.

Was verbindet die WirtschaftsWoche mit ihren Lesern? Was ist der Geist, der unsere Zeitschrift seit 90 Jahren jung hält und künftig auch den WirtschaftsWoche-Club tragen wird?

„Optimismus ist die treibende Kraft in unserem Wirtschaftsleben“, sagte Verlagsgeschäftsführer Gabor Steingart. „Und die WirtschaftsWoche ist die Heimat des Optimismus.“

WiWo-Titel aus neun Jahrzehnten
Neun Jahrzehnte WirtschaftsWoche90 Jahre Magazingeschichte mit vielen Gesichter und einem Thema: Wirtschaft.
1926So viel hat sich gar nicht geändert, wenn es um die Inhalte geht. "Die mexikanische Schuldenregelung" könnte heute die "griechische" sein. Und Joseph Schumpeters "Steuerkraft und nationale Zukunft" hat in seinen Grundzügen seit der ersten Ausgabe des "Der deutsche Volkswirt", dem Vorläufer der WirtschaftsWoche, am 1. Oktober 1926 nicht an Relevanz verloren. Die Nachrichten von den Börsen wünschten sich hingegen derzeit wohl Thyssen und Co. wieder zurück: "Die Montanhausse". Optisch ist in den vergangenen 90 Jahren natürlich viel passiert.
1963"Ich bin ein Volkswirt". Das hätte Kennedy im Juni 1963 vor dem Brandenburger Tor ruhig sagen dürfen. Auch wenn das kaum der dringlichste Wunsch der Autoren der Titelgeschichte gewesen sein dürfte, die wenige Tage vor Kennedys Besuch in Berlin und seinem historischen Spruch erschien. Die großen Ereignisse der Politik, die die Wirtschaft berühren, begleitete "Der Volkswirt" mit einem reduzierten Auftritt, der lediglich durch den historischen Schriftzug auf seine damals schon 37 Jahre alte Geschichte verwies.
19681968 zeigt sich der Volkswirt in einem neuen Kleid. Dessen Elemente wirken bis in die heutige Zeit vertraut und zeitgemäß. Das Rot als Markenfarbe hat seinen Auftritt, die vier Anreißerthemen ebenso. Was aus heutiger Sicht überrascht, ist eher, dass es lange vor der Einführung des Privatfernsehens Probleme gab, im Fernsehen werben zu können. Der Produktmix aus Zigaretten, Weinbrand und Sekt wäre heute so wohl kaum möglich.
1969Die Misere der Sechs, der Sieben, der Acht, der... 28 müsste es heute heißen. Doch 1969 als die Mondlandung möglich, eine Europäische Union des heutigen Zuschnitts jedoch noch utopisch war, war es zunächst die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die die Autoren der Titelstory beschäftigten. Ende der 60er war es übrigens ebenfalls noch möglich, Kernobst zu zeigen, ohne an Apple zu denken.
1977Von der anfänglichen gestalterischen Ruhe machte die WirtschaftsWoche in den 70ern dem Zeitgeist entsprechend ein wenig Pause. Stattdessen: knallige Grafik, drastische Zeilen, schief laufende Anreißer-Zeile für maximalen Effekt.
199335-Stunden-Woche? Lachhaft. 28! War jedenfalls mal eine Idee. 1993. Telefongebühren waren auch damals schon ohne Roaming "Der große Klau" und obacht rechts unten: "Ein Jahr Piëch - Dichtung und Wahrheit". Der VW-Grande ist eben ein steter Geschichtenlieferant.

Das war die WiWo von Anfang an, schon als sie 1926 von Gustav Stolper als „Der deutsche Volkswirt“ gegründet wurde. Eine ganze Nacht habe sie mit der Durchsicht aller Titel der 90-jährigen Geschichte verbracht, berichtete Chefredakteurin Miriam Meckel. Neben dem Optimismus sei es vor allem der Grundgedanke des Wettbewerbs der Ideen, dem sich die WirtschaftsWoche über die Generationen hinweg verschrieben habe und dem sie treu bleibe.

Immer habe ein großes Interesse an Innovation und eine positive, nicht angstgetriebene Sicht auf Fortschritt die Haltung der WirtschaftsWoche bestimmt: „Wir fragen nicht: Wann kommt die Rezession? Sondern: Was kann man tun, um sie zu vermeiden?“ Die Haltung der WirtschaftsWoche, mit Optimismus in die Zukunft zu sehen, entspricht auch ganz ihrem persönlichen Lebensgefühl, erzählte Leserin Nora A. Bartocha. Nach 20 Jahren als Wirtschaftsingenieurin sattelt sie nun noch einmal um und macht eine Ausbildung als Physiotherapeutin mit dem Ziel sich selbständig zu machen. „Wenn man so etwas wagt, muss man einfach Optimistin sein.“

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