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Industrie 4.0 Vor allem der Maschinenbau setzt auf vernetzte Produktion

Wie weit ist der deutsche Mittelstand in Sachen Industrie 4.0? Eine aktuelle Studie liefert Stoff für Skepsis und Euphorie zugleich.

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Im Branchenvergleicht setzt vor allem der Maschinenbau auf die vernetzte Produktion. Quelle: imago/Cord

Hannover Wie weit ist der deutsche Mittelstand in Sachen Industrie 4.0 wirklich? Eine Studie der Beratungsgesellschaft EY liefert Stoff für Skepsis und Euphorie zugleich: Erst fünf Prozent der befragten 1150 Unternehmen des industriellen Mittelstands haben ihre Produktion weitgehend oder vollständig vernetzt. 46 Prozent setzen dagegen Methoden der Industrie 4.0 noch gar nicht ein - ihre Maschinen sind also nicht an das Internet angeschlossen.

Diese Diagnose könnte Ernüchterung auslösen. Doch EY-Partner Michael Marbler setzt auf einen Aufholprozess: „Der deutsche Mittelstand hat es immer verstanden, innovativ zu bleiben. Die meisten Unternehmen stellen sich jetzt auf die Digitalisierung ihrer Produktion ein.“

Die abgefragten Investitionspläne stimmen die EY-Experten optimistisch: So planen die Firmen, 2020 im Mittel 39 Prozent ihres Umsatzes mit Industrie-4.0-Produkten zu erzielen. Aktuell stehe man bei 31 Prozent.

Der Nutzen von digitalisierten Produktionsprozessen liegt für die EY-Berater auf der Hand: Unternehmen könnten Maschinen effizienter einsetzen, Entwicklungs- und Ausfallzeiten reduzieren und kurzfristiger auf Aufträge reagieren - also schneller am Markt sein.

„Gemessen an den möglichen positiven Auswirkungen wirkt das Engagement des Mittelstandes allerdings noch sehr zaghaft“, räumen die Studienautoren ein. Denn im Schnitt fließen 3,4 Prozent des Umsatzes in digitale Technologien - und damit ein gutes Zehntel der Gesamtinvestitionen.

Während der Maschinenbau im Branchenvergleich überdurchschnittlich viel in die vernetzte Produktion steckt (4,0 Prozent), profitieren von der Digitalisierung bislang vor allem die Elektrotechnik- und die Ernährungsindustrie. „Gerade die Branchen, die relativ kurze Produktzyklen haben und flexibel auf Kundenwünsche eingehen müssen, setzen bereits verstärkt auf die Möglichkeiten durch Industrie 4.0“, so Marbler.

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