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Inflation Britische Währungshüter uneins über Zukunft der Konjunkturhilfen

Hochrangige Vertreter der Bank of England haben sich in den vergangenen Tagen für ein Ende der Corona-Hilfen ausgesprochen. Doch das Vorhaben ist umstritten.

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Die Inflation in Großbritannien ist im Juni auf 2,5 Prozent gestiegen. Quelle: Reuters

Angesichts der steigenden Inflation in Großbritannien ist in der Notenbank eine Debatte über die Zukunft der Konjunkturhilfen entbrannt. Das Führungsmitglied Jonathan Haskel erteilte Überlegungen einer baldigen Kurskorrektur am Montag eine klare Absage.

„Für die absehbare Zukunft ist aus meiner Sicht eine straffe Geldpolitik nicht die richtige Politik“, sagte er bei einer Veranstaltung der Universität Liverpool. Wenn die Zügel zu früh angezogen würden, bestehe das Risiko, dem Aufschwung zu schaden. Das falle stärker ins Gewicht als die Risiken, die sich durch eine vorübergehend erhöhte Inflation ergäben.

Vorige Woche hatten zwei Kollegen Haskels aus dem geldpolitischen Ausschuss der Bank of England (BoE) erklärt, es werde Zeit, über ein Herunterfahren der in der Corona-Krise aufgelegten Konjunkturhilfen nachzudenken. Der für Märkte und das Bankenwesen zuständige Vizechef der Notenbank, Dave Ramsden, hatte dabei die Sorge geäußert, dass sich der Preisauftrieb massiv beschleunigen könne.

BoE-Führungsmitglied Michael Saunders signalisierte angesichts ähnlicher Sorgen, dass die Dosierung der Konjunkturspritzen auf den nächsten Zinssitzungen ab August zum Thema werden dürfte. Im Juni war die Teuerungsrate auf 2,5 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit August 2018.

Die Bank von England hatte den Zins dennoch bei 0,1 Prozent gehalten, da sie den Preisauftrieb als vorübergehend ansieht. Zudem blieb das Volumen des laufenden Wertpapierkaufprogramms bei 895 Milliarden Pfund. Davon entfallen 875 Milliarden Pfund auf Staatsanleihenkäufe, 20 Milliarden sind für den Erwerb von Firmenanleihen vorgesehen.

In einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen erwarten diese im Schnitt, dass die Inflation im Laufe des Jahres in der Spitze 2,7 Prozent erreichen wird. Als größte Gefahr für den Aufschwung sehen die meisten Befragten die Ausbreitung neuer Varianten des Corona-Virus.

Obwohl die Fallzahlen wegen der ansteckenden Delta-Variante wieder steigen, sind seit Wochenbeginn fast alle bestehenden Restriktionen in England weggefallen. Zwar sind inzwischen zwei Drittel aller Briten vollständig geimpft, Wissenschaftler warnen dennoch vor einer neuen Infektionswelle.

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