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Inflation Sparkassen-Gruppe: Steigende Inflation muss sorgsam beobachtet werden

Einige Gründe sprechen laut den Volkswirten der Sparkassen-Gruppe dafür, dass die Zeit niedriger Inflationsraten endet. Grund zur Beunruhigung bestehe nicht.

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Im Juli lag die Inflationsrate in Deutschland bei 3,8 Prozent. Quelle: dpa

Die Inflation ist jüngst angestiegen. Wie die Ökonomen der Sparkassen-Finanzgruppe nun mitteilten, sei dieser Preisschub ein Anlass zu sorgsamer Beobachtung, nicht jedoch zur Beunruhigung. Die Warnungen vor einem Ende der Niedriginflation seien allerdings berechtigt.

Allerdings sei die Wechselwirkung zwischen niedriger Arbeitslosigkeit und einer zunehmenden Inflation inzwischen nicht mehr so stark. „Ob sich die Inflationsdynamik in den nächsten Jahren verfestigt oder zurückentwickelt, wird entscheidend von der Entwicklung der Löhne abhängen“, sagte Reinhold Rickes, Leiter Volkswirtschaft beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Die Teuerungsrate in Deutschland war im Juni trotz eines leichten Rückgangs vergleichsweise hoch geblieben. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai lag die Teuerungsrate mit 2,5 Prozent sogar auf dem höchsten Stand seit September 2011.

Manche Ökonomen erwarten, dass die Inflation in den kommenden Monaten erneut anziehen wird und gegen Jahresende sogar fast vier Prozent erreichen könnte. Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) spiegeln die aktuellen Preissteigerungsraten in den Euro-Ländern vor allem die Wiederöffnung der Wirtschaft nach den Corona-Lockdowns wider und sind nicht nachhaltig.

Die Sparkassen-Finanzgruppe wies darauf hin, dass in den aktuellen Tarifverhandlungen eher über Beschäftigungssicherung und Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten gesprochen wird als über Lohnsteigerungen. Und diese blieben zudem moderat.

Auch die EZB-Volkswirte erwarten derzeit kein starkes Anziehen der Löhne auf dem Arbeitsmarkt, was für einen dauerhaften Preisschub sorgen würde. Sie rechnen für den Euro-Raum 2022 nur mit einer Teuerung von 1,5 Prozent nach 1,9 Prozent in diesem Jahr.

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