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Öl weekly: Ölmärkte nehmen weitere Preismarken ins Visier. Preisspit

Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent erreichte in den vergangenen Handelstagen mit knapp 82 US-Dollar/Barrel den höchsten Stand seit November 2014. Der Auslöser für die jüngste Rallye liegt auf der Hand: Der seit einigen Wochen spürbare Rückgang der Exporte aus dem Iran. Diese gingen früher und schneller zurück als wir erwartet hatten. Zudem konnten sich die restlichen OPEC-Länder und Russland am vergangenen Wochenende nicht dazu durchringen, die Produktion signifikant zu erhöhen. Des Weiteren ist eine Stabilisierung des Nachfragewachstums bei 1,7 Mio. Barrel/Tag YoY zu erkennen. Nicht zuletzt ist seit August wieder eine spürbare Zunahme der chinesischen Importe sowie ein lokaler Lageraufbau zu beobachten – dies ist positiv für die globalen Benchmark-Ölpreise, da die Preisfindung vor allem von den OECD-Lagerbeständen abhängig ist. Insgesamt spricht dies für ein anhaltend positives fundamentales Bild, das auch bereits dazu führte, dass einige Marktakteure einen „Call“ auf 100 US-Dollar/Barrel ausgaben.

In der Tat, der globale Ölmarkt ist spürbar eng. Mit der Wiedereinführung der Sanktionen gegenüber dem Iran, dürfte sich die Situation weiter anspannen. Dies spricht für weiteres Preispotenzial bei Öl. Daher könnte es durchaus temporär dazu kommen, dass die Preise für Rohöl wichtige Marken wie beispielsweise 85, 90 oder 95 US-Dollar/Barrel in den kommenden Monaten testen sollten. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass die künftige Preisentwicklung eine Einbahnstraße ist. Denn unabhängig von der Entscheidung des Ölkartells vom vergangenen Wochenende in Algiers ist davon auszugehen, dass die OPEC die Fördermenge weiter erhöhen dürfte und das Ablehnen der Förderausweitung vor allem dadurch bedingt ist, dass kurzfristig keine weiteren Förderkapazitäten zur Verfügung stehen. Dies könnte in ein bis zwei Monaten allerdings anders aussehen, sodass die Kern-OPEC und Russland zumindest einen Teil des verlorenen iranischen Angebots kompensieren wird und der Preisdruck abnimmt. Daher fühlen wir uns sehr komfortabel mit unserer Preisprognose von durchschnittlich 80 US-Dollar, auch wenn es zwischenzeitlich zu Preisspitzen kommen sollte.

Dennoch: Die Risiken für die Ölpreisentwicklung sind kurzfristig klar nach oben gerichtet denn Kandidaten für weitere Produktionsausfälle gibt es genügend. Drei Länder die für das Gros der Produktionsvolatilität stehen – namentlich sind dies: Libyen (Wahlen im Dezember), Nigeria (Wahlen im Februar) und Venezuela – können jederzeit für weitere Produktionsausfälle sorgen. Anzumerken ist allerdings, dass sowohl in Nigeria als auch in Libyen die Produktion gegenwärtig deutlich über unseren Erwartungen liegt. So konnte laut Angaben der nationalen libyschen Ölgesellschaft, die Produktion seit Juni um 300 Tsd. Barrel/Tag ausgeweitet werden, was in etwa dem bisherigen Produktionsrückgang aus dem Iran entspricht. Möglicherweise neue US-Sanktionen gegenüber Venezuela bestätigen uns in unserer Sicht, dass die Produktion in Venezuela kontinuierlich weiter abnimmt und im kommenden Jahr sogar unter 1 Mio. Barrel/Tag fallen könnte. Jedoch gibt es auch für Venezuela Hoffnung, dass der Rückgang der Produktion ein Ende nimmt, denn erst in der vergangenen Woche gab es eine Vereinbarung mit China zur Finanzierung der venezolanischen Ölproduktion.

Kurz gefasst lässt sich sagen, dass ein Investment in Öl in den kommenden Monaten eine überzeugende Renditechance bietet. In unseren jüngsten Rohstoffmonitor zu Öl (siehe hier) haben wir argumentiert, dass im vierten Quartal 2018 und im ersten Quartal 2019 durch eine annualisierte Rendite einer Long-Positionierung, resultierend allein aus dem positiven Carry (positiver Rollgewinn), von 23 % möglich ist.

Hier können Sie das "Wochenbarometer" mit aktuellen News zu den Kapitalmärkten und weitere Research-Publikationen herunterladen.
 
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