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Silber-Future (Kontrakt Mar 19) - Strategischer Stopp-Loss bei 13,50 USD

HSBC Daily Trading

Strategischer Stopp-Loss bei 13,50 USD

Grundsätzlich ähnlich und doch ein wenig anders stellt sich die charttechnische Ausgangslage für den Silberpreis-Future dar. Wir starten auch hier mit der Analyse der vermeintlich höchsten aller Zeitebenen: dem Jahreschart. Analog zum Goldpreis liegen auch hier zwei Innenstäbe die Folge vor, d. h. die Kursaktivität der letzten beiden Jahre vollzieht sich vollständig innerhalb der High-Low-Spanne von 2016. Aufgelöst wären die angeführten „inside years“ entweder bei einem Spurt über das jüngste Jahreshoch bei 17,71 USD oder aber bei einem Abgleiten unter das 2018er-Tief bei 13,86 USD. Die zuletzt genannte Marke führt uns zum großen Unterschied im Vergleich zum „großen Bruder“. Anders als beim Gold liegen keine deckungsgleichen Jahreshochs, sondern eher nahezu identische Jahrestiefs vor. So wurden die letzten 12-Monats-Lows jeweils im Dunstkreis der Marke von 14 USD ausgeprägt. In drei der letzten vier Jahre wurde die Spanne, in der sich die Jahrestiefs ausgebildet hatten, sogar auf 13,86 USD zu 13,64 USD eingeengt (siehe Chart 1). Um den Stabilisierungsversuch der letzten Jahre nicht leichtfertig zu verspielen, gilt es deshalb diese Schlüsselzone unbedingt zu verteidigen. Auf Basis der letzten Jahrestiefs können Anleger somit ihren strategischen Stopp platzieren.


Silber-Future (Kontrakt Mar 19) (Annually)



Endspiel 2019: Richtungsentscheidung naht

Was an dieser Stelle auf dem Spiel steht, unterstreicht der Monatschart des Silberpreises. Verschiedene alte Hoch- und Tiefpunkte bei rund 14,75 USD sowie der Korrekturtrend seit dem zyklischen Hoch vom April 2011 (akt. bei 14,26 USD) bilden gegenwärtig eine wichtige Kreuzunterstützung (siehe Chart 2). Besonders ein nachhaltiger Rückfall in diesen Baissetrend würde für eine charttechnische Breitseite sorgen, welche im nächsten Schritt dann auch die o. g. Jahrestiefs unter Druck setzen dürfte. Auf der Oberseite fallen indes die letzten drei Monatshochs ins Auge, die jeweils innerhalb einer engen Range zwischen 14,72 USD und 14,91 USD ausgeprägt wurden. Die Bedeutung dieser Marken wird zusätzlich durch die 76,4%-Korrektur der gesamten Aufwärtsbewegung von 2001 bis 2011 (14,77 USD) sowie das Tief vom Juli 2017 (14,86 USD) untermauert. Ein Sprung über diese Hürden liefert ein erstes Indiz dafür, dass sich das Edelmetall von dem beschriebenen alten Baissetrend absetzen kann. Danach ist das Barrierenbündel aus den Glättungslinien der letzten 200 bzw. 38 Monate (akt. bei 16,32/16,47 USD) und dem Abwärtstrend seit Sommer 2016 (akt. bei 16,44 USD) beachtenswert. Das Szenario einer „großen Bodenbildung“ gewinnt bei einer Rückeroberung dieser Marken deutlich an Konturen.


Silber (Monthly)



Historisch hoch

Abgeschlossen ist die große untere Umkehr allerdings erst bei einem Spurt über das Hoch vom Sommer 2016 bei 21,11 USD. Das wäre dann der ganz große Befreiungsschlag! Risiken auf der Unterseite und Chancen nach oben liegen also derzeit beim Silberpreis dicht beieinander. Eine solche „enge Kiste“ hat für Trader aber regelmäßig den Charme, dass enge Absicherungen attraktive Chance-Risiko-Verhältnisse gewährleisten. Die relative Attraktivität des Silberpreises spiegelt der Ratio-Chart im Vergleich zum Gold wider. Um eine Unze Gold kaufen zu können, müssen Anleger inzwischen 85 Unzen Silber aufwenden. Dies entspricht nicht nur dem höchsten Niveau seit Mitte der 1990er-Jahre, sondern Notierungen in dieser Region haben sich in der Vergangenheit oftmals als obere Wendepunkte erwiesen (siehe Chart 3). Die Phase der Underperformance des Silberpreises besitzt also einen hohen Reifegrad – auch hier ist 2019 ein Comeback möglich. Aus charttechnischer Sicht bedarf es hierzu eines Bruchs der horizontalen Unterstützungen bei rund 80 sowie eines Bruchs des Anfang 2012 im Verhältnischart etablierten Haussetrends (akt. bei 79). Erfahrungsgemäß fällt eine solche für Silber positive Weichenstellung in einer generellen Edelmetallhausse leichter.


Gold/Silber-Ratio (Monthly)



Vabanque-Spiel mit positivem Potential

In solchen Aufschwungphasen stellt der Silberpreis dann oftmals das „gehebelte Derivat“ auf den Goldpreis dar. Das ist die perfekte Überleitung zu den Goldminentiteln, für die sicher ähnliches gilt. Auch der Philadelphia Gold/Silver-Index vollzieht gegenwärtig eine Gratwanderung. So versucht das Goldminenbarometer auf Basis des 2008er-Tiefs bei 64 Punkten eine Stabilisierung. Festmachen können Investoren dies an den kleinen Körpern der letzten Monate. Solange das Jahrestief von 2018 (61 Punkte) nicht unterschritten wird, können Anleger deshalb auf eine technische Gegenbewegung hoffen. Wirklich auf „grün“ springt die Börsenampel für den Philadelphia Gold/Silver-Index allerdings erst, wenn der Kumulationswiderstand bei rund 80 Punkten überwunden wird. Hier fällt die 38-Monats-Linie (akt. bei 79 Punkten) mit diversen horizontalen Barrieren bei rund 80 Punkten sowie dem Baissetrend seit September 2011 (akt. bei 83 Punkten) zusammen (siehe Chart 4). Gelingt der Befreiungsschlag, kann die Kursentwicklung seit dem Jahr 2016 als zeitlich ausgedehnte Korrekturflagge interpretiert werden, was perspektivisch dann auch eine langfristige Bodenbildung deutlich realistischer erscheinen ließe. Bei den Goldminentiteln handelt es sich um einen Chart mit positivem Überraschungspotential.


Philadelphia Gold/Silver-Index (Monthly)



Gold attraktiver als Aktien?

Apropos Überraschungspotential: Die Herausforderungen auf der Aktienseite haben wir ausführlich zu Beginn unseres Jahresausblicks dargelegt. Deshalb kommt dem Ratio-Chart zwischen dem Goldpreis und dem Dow Jones® eine Schlüsselrolle zu. Seit August 2011 laufen die US-Standardwerte deutlich besser als der Goldpreis. Nachdem im Verlauf des vergangenen Jahres im Verhältnischart ein wichtiges Widerstandsniveau (rund 22) ausgelotet wurde, wackelt nun der Haussetrend der letzten siebeneinhalb Jahre (akt. bei 20; siehe Chart 5). Die „Probleme“ der Assetklasse „Aktien“ im Vergleich zum Gold werden durch die negative Divergenz im Verlauf des RSI bzw. den Bruch eines Indikatoraufwärtstrends zusätzlich vergrößert. Beide Phänomene signalisieren, dass der Trend „pro Aktien, contra Gold“ einen hohen Reifegrad besitzt. Im Verlauf des Jahres 2019 halten wir hier einen Trendbruch für wahrscheinlich. Diese Weichenstellung würde die relative Attraktivität von Gold im Vergleich zum Dow Jones® offen zu Tage treten lassen – und das obwohl die US-Standardwerte mit den härtesten (Aktien-)maßstab darstellen, den Anleger heranziehen können. Liegen wir mit unserer These des Trendbruchs im Ratio-Chart richtig, dann dürfte der „sichere Hafen“ Gold 2019 in besonderer Weise gefragt sein.


Dow Jones/Gold-Ratio (Monthly)



Kurzfristig überverkauft, langfristig unspektakulär

Den Übergang zur Rohstoffseite vollziehen wir mit der Analyse des Ölpreises. Nachdem die US-Ölsorte „WTI“ bis Anfang Oktober das Kursziel aus der in den letzten beiden Jahresausblicken beschriebenen inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation vollständig ausgeschöpft hatte, kam es im letzten Quartal zu einer dramatischen Trendwende. Eine Serie von sieben roten Wochenkerzen in Folge ist alles andere als alltäglich. Mittlerweile ist der Ölpreis kurzfristig aber zu stark gefallen. So erreichte bspw. der RSI zuletzt überverkauftes Terrain. Gleichzeitig bildet die Kombination aus der 200-Wochen-Linie (akt. bei 52,19 USD), der 50%-Korrektur des gesamten Aufwärtsimpulses von 2016 bis 2018 (51,48 USD) sowie der Nackenzone der eingangs erwähnten inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation (rd. 52/51 USD) eine massive Haltezone (siehe Chart 6). Nur wenig darunter steht mit der Kreuzunterstützung aus zwei verschiedenen Trendlinien (akt. bei 47,72/47,38 USD) der nächste Rückzugsbereich zur Verfügung. Andererseits stößt der Ölpreis im Bereich der alten horizontalen Hürden im Dunstkreis der Marke von 60 USD auf eine hartnäckige Widerstandszone. In diesen Grenzen dürfte sich der Ölpreis in den kommenden zwölf Monaten bewegen.


WTI Crude Future (Kontrakt Feb 19) (Weekly)



Doppelter Trendbruch = nachhaltige Wende

Im letzten Jahresausblick hatten wir erstmals eine Rubrik mit Charts eingeführt, welche aktuell in der breiten Investorenöffentlichkeit kaum eine Rolle spielen. Solche „vernachlässigte“ Charts bieten oftmals positives Überraschungspotential. Der Prognosetreffer mit der Analyse des Strompreises 2018 ist uns für das neue Jahr Anspruch und Ansporn zugleich. Ähnlich aus dem Schlaglicht ist aktuell der Gaspreis, wobei sich dieser zuletzt bereits wieder ein wenig ins Rampenlicht zurückgekämpft hat. Das liegt am Bruch zweier Trendlinien: Neben dem Abwärtstrend seit Sommer 2007 wurde auch das flachere Pendant seit Dezember 2016 zu den Akten gelegt (siehe Chart 7). Dank der zuletzt angeführten Weichenstellung kann die Kursentwicklung der letzten Jahre als trendbestätigende Flagge interpretiert werden, wodurch eine große Bodenbildung wahrscheinlich wird. Für einen nachhaltigen Trendimpuls sprechen die zuletzt stark verengten Bollinger Bänder. Aus der Höhe der o. g. Flagge ergibt sich ein Anschlusspotential bis gut 6 USD. Diese Zielmarke harmoniert bestens mit den Hochs von 2009, 2010 und 2014 bei 6,04/6,49 USD sowie dem 38,2%-Retracement des gesamten Abwärtsimpulses seit Sommer 2007 (6,23 USD). Deshalb bietet der jüngste Rückschlag möglicherweise eine zweite Einstiegschance.


Natural Gas (Monthly)



Fazit und Fahrplan 2019

Im Hochsommer 2018 hat der Goldpreis den ehemaligen Baissetrend seit September 2011 (akt. bei 1.163 USD) nochmals zurückgetestet. Zusammen mit dem Jahrestief (1.160 USD) entsteht hier eine markante Kreuzunterstützung, die Anleger im neuen Jahr als strategischen Stopp heranziehen sollten. Dennoch gewinnt eine Bodenbildung beim Edelmetall nun wieder deutlich an Konturen. Unter die Arme könnte dem Edelmetall dabei der Faktor „Saisonalität“ greifen. Besonders ab dem Frühjahr sorgt der typische Verlauf eines US-Vorwahljahres für Rückenwind. Vor diesem Hintergrund erwarten wir 2019 einen Anlauf auf die Nackenzone der beschriebenen Bodenbildung bei rund 1.370 USD (siehe Chart 8). Die Kür in Form eines Spurts über diese Signalmarke würde die untere Umkehr der letzten Jahre abschließen und den Grundstein für ein nachhaltiges Gold-Comeback legen. Die Konstellation bei den Bollinger Bändern lässt eine größere Trendbewegung realistisch erscheinen. In unruhigen Zeiten kommen Anleger mit der Assetklasse „Gold“ möglicherweise am besten durch die Herausforderungen des Jahres 2019. Wie in jedem Jahr gilt allerdings – frei nach Sepp Herberger: „Die nächste Prognose ist immer die Schwerste!“ Deshalb werden wir unsere Kernthesen im „Daily Trading“-Newsletter immer wieder kritisch überprüfen.


Gold (Monthly)



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