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Insiderinformationen Docken bald Finanzinvestoren bei der NordLB an?

Die Träger der NordLB loten verschiedene Modelle aus, um das Eigenkapital der Landesbank zu stärken. Auch ein Einstieg privater Investoren wird laut Insidern geprüft.

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Docken bald Finanzinvestoren bei der NordLB an? Quelle: dpa

Berlin Die Träger der NordLB loten derzeit laut einer Sprecherin des niedersächsischen Finanzministeriums „unterschiedlichste Optionen“ aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der Bank zu erhöhen - und schließen dabei auch den Einstieg privater Finanzinvestoren nicht aus. Die Eigner hätten die Privatisierung der HSH Nordbank mit großem Interesse verfolgt, wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, nachdem zuerst der „Spiegel“ darüber berichtet hatte. Das werde zwar nicht als Blaupause angesehen, da man sich nicht komplett von der Bank trennen will. Aber das Interesse von Finanzinvestoren habe man registriert. Die Private-Equity-Investoren Cerberus und J.C. Flowers hatten die HSH Nordbank Ende Februar übernommen.

Die Ministeriumssprecherin schloss lediglich einen Totalverkauf aus. „Die Träger stehen zur NordLB“, so die Sprecherin. Das Land Niedersachsen hält knapp 60 Prozent der Anteile, die niedersächsischen Sparkassen gut 26 Prozent.

Bereits Ende 2017 hatte der Vorstandschef der Nord LB, Thomas Bürkle, gesagt, er könne nicht ausschließen, dass die Landesbank eine Kapitalerhöhung brauche - auch wenn er das vermeiden wolle. Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, geht es derzeit wohl eher um das „wie“ als um das „ob“.

Finanzspritzen öffentlich-rechtlicher Eigner ziehen in der Regel Beihilfe-Verfahren der EU-Kommission nach sich, die mit Auflagen enden können. Das will man in Niedersachsen nach Möglichkeit vermeiden. Andererseits gibt es Beispiele in Portugal, wo diese Verfahren nicht stattfanden, weil das Geld wettbewerbsneutral zur Verfügung gestellt wurde.

Die NordLB hat zwar nach dem Rekordverlust von rund zwei Milliarden Euro im Jahr 2016 im vergangenen Jahr einen Gewinn erzielt. Doch die Kernkapitalquote soll Ende 2017 lediglich bei zwölf Prozent liegen. Damit werden zwar die gegenwärtigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt, mit Blick auf Ratings und wachsende Anforderungen der Aufsicht reiche diese Quote aber nicht aus, heißt es. Zudem stehe ein Stresstest an, den die NordLB im Vergleich zu den anderen besser kapitalisierten Landesbanken wohl nur mit Mühe bestehen dürfte.

Das größte Problem für die NordLB bleibt die Schiffsfinanzierung, die aufgrund hoher Risikovorsorge defizitär ist. Der ursprüngliche Plan, das Portfolio bis Ende 2018 auf zwölf bis 14 Milliarden Euro zu reduzieren, wurde bereits 2017 erreicht. Mittelfristig soll das Schiffskreditvolumen von derzeit 13,3 Milliarden Euro auf zehn Milliarden Euro abgesenkt werden. Das Schiffsportfolio, das als belastet gilt, soll sich dabei von aktuell gut neun Milliarden Euro auf fünf Milliarden Euro nahezu halbieren.

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