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Interview Bundesbank-Chef Weidmann warnt vor zu viel Konjunkturpessimismus

Jens Weidmann sieht aktuell keinen Grund für die Auferlegung eines umfassenden Konjunkturprogramms Der Bundesbank-Chef warnt vor Aktionismus.

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Der Chef der Deutschen Bundesbank äußert sich in einem Interview zur konjunkturellen Situation. Quelle: Reuters

Frankfurt Trotz trüber Konjunkturaussichten hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann vor einer allzu negativen Einschätzung der Lage gewarnt. „Wir sollten weder in Aktionismus noch in Pessimismus verfallen“, sagte Weidmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Er sprach zwar von einer konjunkturellen Flaute, aber die deutsche Wirtschaft komme aus einem langen Aufschwung mit Rekordbeschäftigung und stark ausgelasteten Kapazitäten. Käme es zu einer echten Rezession, wäre aus seiner Sicht die Finanzpolitik der Bundesregierung gefordert. Aktuell sehe er allerdings noch keinen Grund, ein großes Konjunkturprogramm aufzulegen.

Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur hatten die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte nach Zahlen des Statistische Bundesamts um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Für das laufende dritte Quartal sind die Aussichten noch unsicher. Sänke die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer „technischen Rezession“. Es handelte sich in diesem Fall aber nur um eine sehr milde Rezession. Anders sähe es aus, wenn die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr schrumpft. Damit wird jedoch derzeit nicht gerechnet. Die bislang letzte tiefe Rezession hatte die deutsche Wirtschaft 2009 infolge der globalen Finanzkrise erlebt.

Mehr: Die Bundesbank schließt eine Rezession in Deutschland nicht aus. Die deutsche Konjunktur bleibe auch im Sommer schwunglos, heißt es im Monatsbericht.

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