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Investmentbanken Goldman Sachs verliert Top-Position im Rohstoffhandel

Eine Analyse zeigt: Goldman Sachs gehört im Rohstoffhandel nicht mehr zum Spitzentrio der Investmentbanken. Auch andere Felder sind problematisch.

Die Investmentbank verzeichnete einen Rückgang im Handelsgeschäft um 40 Prozent. Quelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS

FrankfurtEs ist ein Abstieg für eine einst erfolgsverwöhnte Investmentbank: Goldman Sachs, im Rohstoffhandel lange Zeit eines der dominanten Wall-Street-Institute, gehört in dem Segment nicht mehr zum Spitzentrio. Das geht aus einer viel beachteten Analyse des Beratungshauses Coalition für das Jahr 2017 hervor, die an diesem Donnerstag veröffentlicht wurde. Es war das erste Mal seit Einführung dieses Rankings vor acht Jahren, dass die Bank im Rohstoffhandel nicht mehr zu den Top Drei gehört.

Im abgelaufenen Jahr haben sich JP Morgan, Morgan Stanley und die Citigroup die führenden Plätze gesichert und Goldman Sachs von der Top-Position in diesem Segment verdrängt. Das kündigte sich bereits in den ersten Monaten 2017 an, als Goldman den schlechtesten Jahresstart beim Kauf und Verkauf von Rohstoffen hinlegte.

Doch die Bank kämpfte nicht nur in diesem Feld mit Problemen. Die gab es auch im Handel mit Anleihen und Devisen, sodass Goldman Sachs im ersten Halbjahr 2017 in der Coalition-Rangliste der weltweiten Investmentbanken insgesamt auf den dritten Platz abrutschte. Doch im zweiten Halbjahr kämpfte sich Goldman Sachs wieder vor. Im Ranking für das gesamte Jahr landete die Bank wieder auf dem zweiten Platz hinter JP Morgan – genauso wie bereits 2016. In beiden Jahren teilt sich Goldman den zweiten Rang mit der Citigroup.

Coalition wertet zweimal im Jahr die Ertragslage der zwölf weltweit größten Investmentbanken aus und analysiert die drei wichtigsten Felder des Geschäfts: den Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen, den Handel mit Aktien und die Beratung von Unternehmen, etwa bei Fusionen und Übernahmen sowie beim Platzieren von Aktien.

Im Rohstoffhandel brachen die weltweiten Umsätze der größten Investmentbanken 2014 nach Schätzungen von Coalition um gut 40 Prozent ein. Auslöser waren wohl unter anderem Wetten auf steigende Gaspreise, die nicht aufgingen sowie insgesamt geringe Kursschwankungen, sodass weniger als sonst gehandelt wurde.

Dass Goldman Sachs sich trotz der Probleme auf dem zweiten Platz im Coalition-Ranking fürs gesamte Jahr behaupten konnte, liegt wohl an einer Schwäche des Konkurrenten Bank of America: Das Institut zählt im Geschäft mit Börsengängen und Kapitalerhöhungen nicht mehr zu den Top Drei. Das sah in den ersten Monaten 2017 noch anders aus.

Unangefochten an der Spitze bleibt JP Morgan. Die US-Investmentbank dominiert das Gros der Geschäftsfelder. Doch JP Morgan zeigte 2017 erste Schwächen: Schaut man auf die regionale Ertragslage, dann rutschte die Bank in Asien vom ersten auf den dritten Platz.

Die Deutsche Bank hat im globalen Ranking den sechsten Platz im Jahresvergleich behalten. In Europa ist das Frankfurter Geldhaus die Nummer zwei unter den Investmentbanken, auch das hat sich gegenüber 2016 nicht geändert.

Fortschritte hat dagegen die britische Großbank HSBC gemacht, die drei Viertel ihrer Gewinne in Asien macht. Dort hat die HSBC im Investmentbankgeschäft den Sprung vom siebten auf den zweiten Platz geschafft.

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