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IPO-Boom in Skandinavien Kleine nordische Bank Erster bei Börsengängen

Noch nie gab es so viele nordische Börsengänge. Doch nicht Großbanken wie Goldman Sachs oder die Deutsche Bank sind es, die die meisten IPOs begleiten. Auf Platz eins ist eine kleine Investment-Bank aus Schweden.

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In diesem Jahr konnte eine schwedische Investmentbank den größten nordischen Finanzkonzern, die Nordea Bank AB, als führenden Begleiter von Aktienemissionen überholen. Quelle: Reuters

Helsinki, New York Unter den nicht-nordischen Banken schlägt sich bei der Begleitung von IPOs niemand besser als die amerikanische Goldman Sachs Group Inc. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor. Auch die Deutsche Bank AG gehört zu den Finanzinstituten, die dort einiges zu tun haben.

Doch angeführt wird das Ranking im bisherigen Jahresverlauf klar von nordischen Banken: Carnegie Investment Bank AB liegt auf dem ersten Platz, gefolgt von Danske Bank A/S direkt dahinter.

Es ist eine lukrative Zeit, um Börsengänge im Norden Europas zu begleiten. Tony Elofsson, Leiter Aktienkapitalmärkte bei Carnegie in Stockholm, sagt, es „ist viel Geld für Aktieninvestments, aber vor allem für IPO-Investments verfügbar“.

Carnegie ist eine schwedische Investmentbank, deren Wurzeln bis 1803 zurückreichen. In diesem Jahr konnte sie den größten nordischen Finanzkonzern, die Nordea Bank AB, als führenden Begleiter von Aktienemissionen überholen. Die Verschiebungen beim Ranking fallen mit dem geschäftigsten IPO-Jahr in der nordischen Region seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen zusammen.

„Es ist jetzt bereits seit ein paar Jahren ein starker Markt, und die Leute haben das ausgenutzt“, sagt Michael Zeier, Co-Chef globale Unternehmensfinanzierung und Investmentbanking bei Nordea. „Firmeneigentümer und Unterstützer haben in vielen Fällen ihre geplanten Börsengänge vorgezogen, weil der Aktienmarkt sehr stark war.“

Zwar ist die Anzahl der Börsengänge mit 88 IPOs bis September deutlich höher als im Vorjahr (64 IPOs), doch das Volumen dieser IPOs liegt insgesamt rund 20 Prozent niedriger. Das liegt vor allem daran, dass der Energieriese Dong Energy A/S und der Bezahldienstleister Nets A/S vieles in den Schatten stellten, als sie vergangenes Jahr zusammen rund fünf Milliarden Dollar einsammelten.

In den letzten zwölf Monaten hätten sich kleine Transaktionen gut bewährt, denn „sie bieten Diversifizierung und versorgen einen Markt, auf dem es überschüssige Nachfrage nach neuen Transaktionen gibt“, sagt Zeier. „Wachstum liegt derzeit im Fokus bei Investoren und kleinere Unternehmen tendieren dazu, attraktivere Wachstumsaussichten zu haben.“

Die Aktienemissionen in der nordischen Region stehen im Gegensatz zum globalen Trend. Die Anzahl der Transaktionen erreichte in großen Volkswirtschaften, einschließlich der USA und China, bereits 2015 ihren Höhepunkt – auch wenn das Volumen weiter zulegte. Private-Equity-Firmen profitierten im Besonderen vom derzeitigen Marktumfeld, das Ausstiege begünstigt, sagt Elofsson von Carnegie.

Carnegie war im September am IPO des Angry-Birds-Spielehersteller Rovio Entertainment Oyj sowie an der Aktienemission des Online-Händler Boozt AB im Mai beteiligt. Die Investment-Bank half zusammen mit Nordea auch beim größten Börsengang in der Region in diesem Jahr, als das Industrieunternehmen Munters Group AB im April etwa vier Milliarden Kronen beschaffte.

Aber keine der beiden Banken wurde ausgewählt, um den anstehenden Börsengang des dänischen Finanzdienstleisters Nykredit Realkredit A/S zu begleiten, der voraussichtlich die größte Erst-Aktienplatzierung in mehr als zwei Jahrzehnten einer nordischen Bank sein wird. Nykredit hat sich für Morgan Stanley, JPMorgan und Danske Bank entscheiden.

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