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IPO Rohrleitungsbauer Friedrich Vorwerk will im März an die Börse – und mit Erlös in Wasserstoff investieren

45 Prozent der Anteile sollen nach dem IPO im Streubesitz sein. Insgesamt wird das Unternehmen laut Insidern mit mehr als 800 Millionen Euro bewertet.

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Das Unternehmen hat 2020 mit gut 1300 Mitarbeitern einen Umsatz von 291 Millionen Euro erwirtschaftet, etwa drei Viertel davon mit dem Bau von Gasleitungen. Quelle: Reuters

Der niedersächsische Rohrleitungsbauer Friedrich Vorwerk strebt noch im März an die Frankfurter Börse und will mit dem Erlös in das Geschäft mit Wasserstoff investieren. Das Unternehmen aus Tostedt bei Hamburg will mit einer Kapitalerhöhung 90 Millionen Euro einsammeln, wie Friedrich Vorwerk am Montag mitteilte. Der Großteil des Emissionserlöses kommt aber den bisherigen Eigentümern zugute, der Berliner Beteiligungsfirma MBB, die seit 2019 zwei Drittel der Anteile hält, und Vorstandschef Torben Kleinfeldt. 45 Prozent der Anteile sollen nach dem Börsengang im Streubesitz sein. Insgesamt wird das Unternehmen laut Insidern mit mehr als 800 Millionen Euro bewertet.

Friedrich Vorwerk erwirtschaftete 2020 mit gut 1300 Mitarbeitern einen Umsatz von 291 Millionen Euro, etwa drei Viertel davon mit dem Bau von Gasleitungen. Das operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 59 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Rivalen zählen Firmen wie Neles, Alfa Laval und Weir. Organisiert wird die Emission von den Investmentbanken Berenberg und Jefferies. Hauck & Aufhäuser ist bei der Vermarktung ebenfalls mit von der Partie.

Große Chancen sieht Kleinfeldt in der künftigen europäischen Wasserstoff- und Strom-Infrastruktur im Zuge der Energiewende. Vorwerk habe das Potenzial, binnen drei bis fünf Jahren auf einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro zu kommen, in sieben bis zehn Jahren könnte der Umsatz auf mehr als eine Milliarde steigen. Alleine die Wasserstoff-Technik könne langfristig die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Vom Auftragsbestand von 307 Millionen Euro zum Jahresende 2020 entfielen sieben Prozent auf Wasserstoff.

Die MBB-Aktie stieg in der Hoffnung auf den Emissionserlös um 3,5 Prozent auf 134 Euro. Vorwerk ist nicht das erste Unternehmen, das die Industrie-Holding an die Börse bringt. Die Aktien des Holzverarbeiters Delignit notieren 14 Jahre nach der Erstnotiz knapp über dem Ausgabepreis, die Papiere des Elektromotoren-Herstellers Aumann haben innerhalb von vier Jahren gegenüber dem Ausgabepreis zwei Drittel des Wertes verloren.

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