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IT-Industrie Schön vernetzte Welt

Immer mehr Geräte kommunizieren ohne manuelle Eingriffe miteinander. Analysten sehen hier ein großes Marktpotenzial. Wie Anleger von dem Trend profitieren können.

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Waschmaschine mit Tablet-Steuerung: Nicht mehr nur Computer und Smartphones sind ans weltweite Datennetz angeschlossen. Quelle: dpa

Düsseldorf Wenn es darum geht, neue Megatrends vorauszusagen, ist die IT-Industrie immer ganz vorn mit dabei. Kein Wunder, schließlich lassen sich mit Software und Servern bei Verbrauchern in der Regel keine Jubelstürme auslösen.

Große Zukunftsthemen wie das „Internet der Dinge“ verkaufen sich da schon besser. Mit der Vorstellung, dass künftig Brillen, Uhren, Autos, Heizungen, Leuchten und sogar Kühlschränke miteinander kommunizieren, erzielt die Branche derzeit viel Aufmerksamkeit.

Nicht jede der kräftig beworbenen Anwendungen wird ihren Weg in den Massenmarkt schaffen. Doch klar ist: Mit dem Boom des mobilen Internets sind die technischen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren rasant angewachsen. Und damit ist die große Vernetzung auch ein Thema, das sich für Anleger lohnen kann.

Welchen Aufschwung vernetzte Geräte erleben könnten, zeigen die Schätzungen diverser Analysten: Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte deutlich steigen - laut den Marktforschern von Gartner auf 26 Milliarden Stück, und da sind Smartphones, Computer und Tablets noch nicht eingerechnet. Cisco Systems zufolge sollen es sogar 50 Milliarden Geräte sein. Das ist eine enorme Zahl angesichts einer Weltbevölkerung von derzeit gut sieben Milliarden Menschen.

Egal, welche Prognose nachher eintrifft, schon heute ist das Internet der Dinge keine reine Zukunftsmusik mehr. „Firmen wie Google werden in starkem Maß von dem Trend profitieren“, ist Garth Yettick, Aktienanalyst beim Fondsanbieter Janus Capital überzeugt. Der Suchmaschinenriese testet seit einiger Zeit seine Datenbrille Google Glass, kaufte den Anbieter von digitalen Rauchmeldern und Thermostaten Nest Labs und soll nun auch Interesse an Jawbone, einem Hersteller von Fitnessarmbändern, haben.

Auch andere IT- und Elektronikkonzerne versuchen im Geschäft mit den intelligenten Geräten mitzumischen. Samsung etwa kam mit seiner intelligenten Uhr Galaxy Gear auf den Markt, Konkurrent Apple will mit seiner iWatch demnächst folgen.

Der Trend zur Vernetzung ist aber längst nicht nur auf Konsumelektronik beschränkt. Weitere Anwendungsbereiche sehen Experten im vernetzten Auto und im vernetzten Zuhause. Und auch in der Industrie hält die Digitalisierung immer stärker Einzug.

Hier geht es darum, dass Maschinen direkt miteinander kommunizieren, ohne dass der Mensch manuell eingreifen muss. Zu den Vorreitern zählt General Electric (GE). Der US-Konzern investiert massiv in das „Industrial Internet“, um die Effizienz in seiner Fertigungskette zu erhöhen.


Noch sind die Herausforderungen groß

Damit nicht genug: Von dem Trend zu einer stärkeren Vernetzung profitieren auch Unternehmen, die die notwendige Technik liefern. So entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten für Chip-Designer wie ARM Holdings und Halbleiterhersteller wie Infineon. Und auch die Telekomkonzerne wollen nicht mehr nur die Internetverbindung zur Verfügung stellen, sondern auch selbst in die Wachstumsfelder vordringen.

Analyst Yettick ist überzeugt, dass vor allem die gesunkenen Preise für die diversen Hardware-Komponenten dem Geschäft bald einen Schub geben werden: „Allein die Anschaffungskosten für einen WLan-Router sind von 200 Dollar vor ein paar Jahren auf nun zehn Dollar gefallen.“

Noch sind aber auch die Herausforderungen groß. Für Vermögensberater Richard Kobler von der Centrum Bank in Liechtenstein zählen „die bisher noch fehlenden einheitlichen Standards für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Geräten“ zu den größten Schwierigkeiten. Jeder Hersteller entwickele seine eigenen Lösungen. Doch auch wenn die Traumvorstellung einer vernetzten Welt von der technischen Seite her möglich werden könnte, bleiben Bedenken von Verbrauchern - unter anderem wegen des Datenschutzes.

Wer dennoch von dem Trend überzeugt ist, für den könnte das ein oder andere Unternehmen ein lohnendes Investment an der Börse sein. Um eine breite Streuung zu erzielen, eignen sich vor allem Fonds oder Zertifikate. Sie bieten die Möglichkeit, in auch etwas unbekanntere Firmen zu investieren, ohne dass ein Klumpenrisiko im Depot entsteht.

Ein Anbieter, der nun auf den Trend aufgesprungen ist, ist Vontobel. Seit Anfang des Monats bietet die Schweizer Bank ein neues Anlagezertifikat (WKN VZ37ET): Dieses bildet eins zu eins die Kursentwicklung eines speziellen Aktienkorbs ab. Zusammen setzt der sich aus fünfzehn gleichgewichteten Aktien internationaler Firmen, die meist aus den Bereichen Konnektivität, Robotik und Smart Housing stammen.

Dazu zählt etwa die US-Firma Calamp, die Computer- und Kommunikationstechnologien entwickelt. Ebenfalls in das Portfolio aufgenommen wurde CSR, ein britisches Unternehmen, das Netzwerklösungen für die Bereiche Autonavigation sowie Unterhaltungselektronik bietet.

Die Zusammenstellung der Aktienauswahl ist bei dem Zertifikat fix und wird während der dreijährigen Laufzeit nicht angepasst; dafür fallen keine laufenden Verwaltungsgebühren an. Verzichten müssen Anleger allerdings auf die Beteiligung an Dividenden. Die behält der Anbieter Vontobel ein.

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