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Italienische Großbank Intesa Sanpaolo will faule Kredite halbieren

Gegen den Trend legt die Aktie der italienischen Bank Intesa zu. Das Geldhaus will seinen Überschuss binnen vier Jahren auf sechs Milliarden Euro steigern.

MailandDie italienische Großbank Intesa SanPaolo will die faulen Krediten in ihren Büchern bis 2021 halbieren und den Gewinn steigern. Der Überschuss soll binnen vier Jahren auf sechs Milliarden Euro zulegen, wie Intesa am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Strategie erklärte. 2017 erhöhte die größte italienische Bank den bereinigten Nettogewinn auf 3,8 (Vorjahr: 3,1) Milliarden Euro, davon sollen 3,4 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Intesa-Aktie legte gegen den Markttrend zu und notierte fast zwei Prozent im Plus.

Intesa sitzt wie zahlreiche italienische Banken auf einem Berg fauler Kredite, der nur langsam schrumpft. Lange hatte das Institut darauf gesetzt, das Problem selbst in den Griff zu bekommen und schreckte vor verlustreichen Verkäufen von Kreditpaketen zurück. Doch nach Druck der Aufseher, den Abbau zu beschleunigen, verhandelt Intesa mit der schwedischen Intrum Justitia über die Veräußerung eines Kreditpakets sowie eines Anteils am Inkassogeschäft.

Bis 2021 will Intesa den Anteil der faulen Kredite in den Büchern auf sechs Prozent senken von 11,9 Prozent Ende 2017. Die Bank bestätigte, dass sie das Inkassogeschäft in eine neue Gesellschaft einbringen will und eine Partnerschaft erwägt, um mehr Schulden einzutreiben. Zum Vergleich: Der Rivale Unicredit will bis 2019 den Anteil fauler Kredite auf 7,8 Prozent reduzieren. In Europa liegt der Durchschnitt aktuell bei 5,5 Prozent, in Italien bei 16 Prozent.

Intesa will die neuen Bilanzierungsregeln (IFRS 9) nutzen und im ersten Quartal vor Steuern 4,1 Milliarden Euro abschreiben. Der Großteil der Abschreibungen wird auf Kredite entfallen.

In der Vermögensverwaltung prüft die italienische Großbank eine Partnerschaft mit einem global aktiven Anbieter. Zudem sei man für eine Partnerschaft in China offen, um das Vermögensverwaltungsgeschäft dort zu stärken.

Für dieses Jahr verspricht Intesa seinen Aktionären eine Ausschüttung von 85 Prozent des Nettogewinns, die Ausschüttungsquote soll bis 2021 nach und nach auf 70 Prozent sinken. Unicredit will 2019 dagegen nur 30 Prozent an seine Anteilseigner ausschütten, der Nettogewinn soll dann bei 4,7 Milliarden Euro liegen. Die Eigenkapitalrendite will Intesa binnen vier Jahren auf 12,4 Prozent von 7,9 Prozent verbessern.

Intesa hatte im vergangenen Jahr für den symbolischen Preis von einem Euro gesunde Teile der Krisenhäuser Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza übernommen. Dafür bekam das Geldhaus eine Mitgift in Form einer staatlichen Finanzspritze in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Inklusive der Geldspritze legte der berichtete Nettogewinn 2017 auf 7,3 Milliarden Euro zu.

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