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Jahreswirtschaftsbericht Bundesregierung erhöht Wachstumsprognose kräftig

Die Ex- und Importe haben deutlich zugelegt, die Zahl der Beschäftigten erreicht einen neuen Rekordwert. Die Regierung erwartet für das Jahr 2018 nun 2,4 Prozent Wachstum. Noch sind die Zahlen nicht offiziell.

Arbeitnehmer sollten von der günstigen Entwicklung weiter profitieren. Quelle: dpa

BerlinDie Bundesregierung erhöht ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr kräftig und rechnet mit knapp einer halben Million neuer Stellen. Im neuen Jahreswirtschaftsbericht, der am Mittwoch vorgestellt werden soll, veranschlagt die Regierung das Wachstum auf 2,4 Prozent, einen halben Prozentpunkt mehr als die bisherige Schätzung, wie Reuters von mehreren mit den Zahlen vertrauten Personen am Montag erfuhr. Die Zahl der Beschäftigten wird demnach um rund 490.000 wachsen und einen neuen Rekordwert erreichen. Der Zuwachs an neuen Stellen werde aber unter dem von 2017 mit rund 640.000 liegen. Hier wirke sich das knapper werdende Angebot an Arbeitskräften aus. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2018 schätzt das Ministerium auf 5,3 Prozent, ein knapper halber Prozentpunkt weniger als im vergangenen Jahr.

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte inhaltlich keine Stellung nehmen. "Ministerin Brigitte Zypries wird am Mittwoch die neuen Zahlen vorstellen", sagte eine Sprecherin lediglich.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung", lautet der Grundtenor des Reuters in Teilen vorliegenden Berichts. Schon das Wachstum von 2,2 Prozent im Vorjahr sei das höchste seit 2011 gewesen. "Die wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen für das Jahr 2018 sind gut", heißt es weiter. Mit ihrer neuen Prognose liegt die Regierung etwas über den Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der gerade erst seinen Schätzwert um einen halben Prozentpunkt auf 2,3 Prozent aufgestockt hatte. Der Industrieverband BDI rechnet mit zweieinviertel Prozent Plus.

Ein Treiber des deutschen Wachstums wird dem Bericht zufolge weiterhin der Export sein. Er wird nach Einschätzung der Regierung mit 5,3 Prozent stärker wachsen als im Vorjahr mit 4,7 Prozent. Noch stärker sollte der Anstieg der Importe mit 5,8 Prozent ausfallen. Damit würde sich der international umstrittene hohe deutsche Handelsbilanzüberschuss ein Stück weit reduzieren. Ein weiterer Treiber sollten die Investitionen sein. Die Bruttoanlageinvestitionen werden von der Regierung mit einer Zunahme von 3,8 Prozent erwartet, nicht ganz ein Prozentpunkt mehr als im Jahres 2017. Für Ausrüstungen dürften dem Bericht zufolge sogar fünf Prozent mehr ausgegeben werden.

Aber auch die Arbeitnehmer sollten von der günstigen Entwicklung weiter profitieren. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte insgesamt werden dem Bericht zufolge mit 3,6 Prozent nun minimal weniger zunehmen als 2017. Die Arbeitnehmerentgelte dürften dabei um vier Prozent zulegen, die Unternehmens- und Vermögenseinkünfte allerdings mit 4,7 Prozent noch etwas stärker. Die Beschäftigtenzahl in Deutschland dürfte mit nicht ganz 45 Millionen ein neues Allzeithoch erreichen.

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