James von Moltke Deutsche-Bank-Finanzchef: Stagflation derzeit nicht das Basis-Szenario

Hohe Inflation und Krieg in der Ukraine: Der Finanzchef der Deutschen Bank von Molke sieht darin eine Gefahr für die Wirtschaft.

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„Wir stehen stark im Dialog insbesondere mit unseren Unternehmenskunden wegen der Folgen dieser Krise für sie.“ Quelle: dpa

Die Deutsche Bank sieht laut ihrem Finanzchef James von Moltke angesichts des Ukrainekriegs die Gefahr einer Konjunkturflaute bei hoher Inflation. „Machen wir uns alle Sorgen wegen eines Umfelds der Stagflation, was eine negative Auswirkung auf die Wirtschaft und auch auf die Banken hätte? Natürlich tun wir das,“ sagte von Moltke am Donnerstag auf einer Veranstaltung der US-Bank Morgan Stanley. Er sehe dies aber derzeit nicht notwendigerweise als den Basisfall an.

Es gebe zugrundeliegendes Wachstum und Stärke in der Welt, was sich zeigen werde, wenn die Krise überwunden sei, sagte der Finanzchef. „Ich denke, dass die Idee, dass die Zinsen steigen, wie wir gestern sahen, ich denke, diese These ist intakt“, merkte er an.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch angesichts der hochschießenden Inflation wie erwartet die Zinswende vollzogen und erstmals seit 2018 den Schlüsselsatz angehoben. Sie hievte den Leitzins um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent und deutete zudem weitere Schritte ab.

Zu Russlands Invasion der Ukraine und den Finanzsanktionen sagte von Moltke: „Wir stehen stark im Dialog insbesondere mit unseren Unternehmenskunden wegen der Folgen dieser Krise für sie.“ Was die Privatkunden angehe, hier seien die Auswirkungen moderater.

Wie immer in solchen Situationen, gebe es eine Reaktion, zum Bargeld überzugehen und konservativer zu werden bei Investments. „Das ist natürlich etwas, was wir managen und womit wir umgehen können.“

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