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Jens Weidmann Herkules in Paris

Auf die Rede von Emmanuel Macron zur Stärkung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion antwortet als erster Deutscher Bundesbank-Präsident Weidmann ausführlich. Die Absage an staatliche Transfers ist deutlich.

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Der Bundesbank-Präsident hat sich in Paris in die Debatte um die Stärkung der Europäischen Währungsunion eingeschaltet. Quelle: dpa

Paris Mit einer Grundsatzrede voller historischer Anspielungen und Zitate aus der griechischen Mythologie hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann sich in die Debatte um die Stärkung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion eingeschaltet. Es ist die erste ausführliche deutsche Wortmeldung seit der Rede von Emmanuel Macron in der Sorbonne.

Herkules sei nach Paris gekommen und habe am Fuße des Montmartre seine Gefolgschaft angesiedelt. Da hatte er bereits den größten Teil seiner Aufgaben geleistet, mit denen er seine Schuld abtragen musste, rief der als geldpolitischer Falke geltende Weidmann in der deutschen Botschaft in Paris in Erinnerung. Auch die Währungsunion sei noch unvollendet, müsse gar noch mehr leisten als Herkules zur Zeit seiner Pariser Etappe.

Weidmann erteilte allen Forderungen nach mehr staatlichen Transfers innerhalb der Eurozone zu deren Stabilisierung eine Absage. „Dauerhafte direkte Transfers sind nicht erforderlich.“ Sie könnten die Akzeptanz der Währungsunion untergraben. Es müsse der Grundsatz gelten: „Nur wenn Haften und Handeln in einer Hand liegen, sind die Anreize zu nachhaltigem Haushalten gewahrt.“ Wie in den Vereinigten Staaten auch solle die Anpassung an asymmetrische Schocks über private Kanäle erfolgen: „Wenn wir hinsichtlich der privaten Risikoteilung den Vereinigten Staaten ähnlicher werden, ist das bestimmt kein Nachteil.“

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