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Joachim Wuermeling Bundesbank lehnt laschere Banken-Regulierungen ab

Die Bundesbank stellt sich gegen die Kritiker an „Basel III“. An dem Regulierungs-Reformpaket und den vieldiskutierten Vorschriften müsse festgehalten werden.

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Der Bundesbank-Vorstand hat sich vehement gegen laschere globale Bankenvorschriften ausgesprochen. Quelle: dpa

Frankfurt Die Bundesbank warnt vor einer Aufweichung der global vereinbarten schärferen Bankenvorschriften. Es gebe in der Branche Neigungen, für sie „schmerzhafte“ Teile des unter dem Stichwort „Basel III“ bekannten Reformpakets infrage zu stellen, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling im Reuters-Interview.

„Das ist mit uns nicht zu machen. Wir sehen keinen Spielraum für Abweichungen von den vereinbarten Regeln.“ Mit den neuen Kapitalvorschriften sollen Geldhäuser sicherer werden. Der frühere CSU-Europapolitiker Wuermeling ist bei der deutschen Notenbank für die Bankenaufsicht zuständig.

Europäische Institute befürchten durch die strengeren Vorschriften Nachteile gegenüber US-Banken. So konzentriert sich in den USA das Geschäft mit der Immobilienfinanzierung vor allem auf die beiden großen staatlich kontrollierten Gesellschaften Fannie Mae und Freddie Mac. Je mehr Risiken die Banken in ihren Bilanzen haben, um so mehr Eigenkapital müssen sie vorhalten. Durch Basel III nehmen diese Anforderungen zu.

Die internationalen Bankenregulierer hatten sich im vergangenen Dezember nach jahrelangen zähen Verhandlungen auf die neuen Kapitalvorschriften geeinigt. Für die Umsetzung von Basel III bekam die Branche viel Zeit: Die Einführungsphase beginnt 2022 und endet fünf Jahre später. Das Regelwerk war nach der Finanzkrise im Auftrag der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) angeschoben worden.

Die deutschen Institute hält Wuermeling inzwischen für weitaus robuster als noch vor der Finanzkrise. „Wir sehen die Eigenkapitalausstattung deutscher Banken als im Durchschnitt mittlerweile sehr ordentlich an.“ Ausruhen könne sich die Branche allerdings nicht. „Jetzt sollten sich Banken auf schlechtere Zeiten vorbereiten, insbesondere dadurch, dass ausreichende Puffer gebildet werden.“

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