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Jorge Lemann Das ist der unbekannte Bierkönig

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Ein Lob von Warren Buffett



Er verlegte die Karriere daher auf ein anderes Feld. Angetrieben vom Wunsch, der Beste zu sein - wobei er selbst sagt, dass ihm Geld gar nicht so wichtig sei. Und es schuf auch Probleme: Nachdem 1999 in São Paulo Kidnapper versuchten, drei seiner fünf Kinder auf dem Weg zur Schule zu entführen, zog er sofort in die Schweiz an den Zürichsee. Er pendelt seither von dort viel nach Brasilien und in die USA.

Seine Investmentfirma 3G Capital hat den Sitz weiter in Brasilien, in der Rua Humaitá nahe der Copacabana in Rio de Janeiro. Es gibt nicht viele Infos, bescheiden wird auf der Internetseite nur aufgelistet, wen man alles schon akquiriert hat: Heinz-Ketchup, Kraft Foods Group, Burger King, die brasilianische Woolworth-Variante Lojas Americanas und eben eine Biermarke nach der anderen. Oberste Maxime von Lemann als Hauptaktionär: Runter mit den Kosten, weg mit Luxus-Privilegien und unnötigen Hierarchien. Absoluter Leistungswillen, keine Egotrips.

„Ich habe noch nie ein so fähiges Management-Team gesehen, wie jenes, das Jorge Paulo Lemann gebildet hat“, sagte Investorenlegende Warren Buffett mal dem US-Sender CNBC. Er arbeitet eng mit Lemann zusammen.

Noch im Oktober könnte die 1989 mit der Übernahme des größten brasilianischen Braukonzerns Brahma begonnene Bier-Einkaufstour einen Höhepunkt finden. Mit der Akquise des in Brasilien sehr beliebten Antarctica-Bieres (das dem Namen entsprechend am liebsten fast gefroren getrunken wird) entstand AmBev, der größte Brauereikonzern Lateinamerikas. 2004 kam es mit dem belgischen Konzern Interbrew zur Fusion, der neue Konzern hieß InBev. Dann kam Lemanns größter Coup.

In welchen Städten Bier am billigsten ist
Krakau Quelle: dpa
Kiew Quelle: dpa
Bier in Bratislava Quelle: dpa
Málaga Quelle: dpa
Bierpreise in Delhi Quelle: REUTERS
Bier Quelle: dpa
Oslo BIer Quelle: dpa

Im Mai 2008 reitet er mit seiner Frau Susanne, Brasiliens Ex-Präsident Fernando Henrique Cardoso und dessen Frau auf Kamelen durch die Wüste Gobi, als sein Blackberry immer wieder vibriert, wie die Biografin Cristina Correa berichtet. Seit Monaten hat er einen Plan ausgetüftelt für die feindliche Übernahme des US-Braukonzerns Anheuser-Busch, der mit Budweiser das meistverkaufte Bier der Welt produziert. Ausgerechnet ein Brasilianer, groß geworden auf dem Surfbrett an der Copacabana, will ein Symbol des US-Kapitalismus erwerben.

Die Pläne sickern durch. August Busch IV will ihn sprechen, aber Lemann bleibt in der Wüste. Und für 52 Milliarden Dollar klappt wenig später der Deal. „Jorge Paulo plant von langer Hand. Immer nach dem Motto: think big“, zitierte jüngst der „Stern“ den Freund Cardoso. Und die Biografin Correa berichtete dem Magazin ein Detail, das viel über ihn verrät. Für das Buch „Sonho Grande“ („Großer Traum“) über die 3G-Gründer Lemann, Marcel Telles and Beto Sicupira bekam sie nur eine Stunde Audienz bei Lemann. „Ich habe vier Jahre gebraucht, um dieses Gespräch zu kriegen“, sagte sie zu ihm. Lemanns Antwort: „Ich habe 20 Jahre gebraucht, um Anheuser-Busch zu kriegen.“

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