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JP Morgan Aktivistische Investoren melden sich zurück

Aktivistische Investoren haben die europäische Finanzbranche wiederentdeckt. Sie fokussieren sich verstärkt auch auf das Thema Nachhaltigkeit.

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Der Gründer wirbelt mit seinem US-Hedgefonds Elliott schon seit einiger Zeit die deutsche Unternehmenslandschaft durcheinander – zuletzt drängte er beim niederländischen Versicherer NN Group und der finnischen Sampo auf Bereichsverkäufe. Quelle: Reuters

Nach einer Beruhigung im Vorjahr rechnet die Investmentbank JP Morgan nun wieder mit deutlich mehr Vorstößen von aktivistischen Investoren. „Bei den Firmen ist die Angst vor Aktivisten deutlich gestiegen“, sagte Dirk Albersmeier, Co-Chef des weltweiten Fusionsberatungsgeschäfts des US-Instituts, am Montag zu Journalisten. „Wir schätzen, dass wir in Europa in der zweiten Jahreshälfte rund ein halbes Dutzend prominente Fälle sehen werden.“ Unter Einschluss von kleineren und nicht öffentlichen Angriffen dürfte diese Zahl ein Vielfaches davon erreichen, so der Banker.

Im vergangenen Jahr hätten sich viele Fonds zurückgehalten, weil sie in anderen Bereichen einfacher Geld verdienen konnten und sie wenig Unterstützung von anderen Investoren erhalten hätten, sagte Albersmeier.

Ein Schwerpunkt aktivistischer Vorstöße sei nun die europäische Finanzbranche. So drängt Elliott Advisors etwa beim niederländischen Versicherer NN Group und der finnischen Sampo auf Bereichsverkäufe. „Aber auch andere breit aufgestellte Unternehmen, die nicht in jedem Bereich Spitze sind, kommen vermehrt wieder auf die Ziel-Liste“, sagte Albersmeier.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche mit Bezug auf Insider berichtet, dass Credit Suisse angesichts des gesunkenen Börsenwertes befürchtet, ins Visier eines aktivistischen Investors zu geraten.

Die aktivistischen Investoren fokussierten sich verstärkt auch auf das Thema Nachhaltigkeit. Konzerne, bei denen von vielleicht vier Bereichen nur einer schlechte Nachhaltigkeitswerte erreiche, litten als Ganzes oft an einem Bewertungs-Abschlag. „In den nächsten zwölf bis 24 Monaten werden wir verstärkt sehen, dass Aktivisten in einem solchen Fall einen Verkauf oder eine Abspaltung von Bereichen mit sehr negativen ESG-Ratings fordern“, sagte der Banker mit Blick auf Umweltschutz, den Umgang mit den Beschäftigten und das soziale Engagement sowie gute Unternehmensführung.

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