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Kaufprogramm EZB greift Italien mit massiven Anleihekäufen unter die Arme

Die Zentralbank soll deutlich mehr Schuldtitel vom dem Land, das durch die Corona-Pandemie besonders gebeutelt ist, erworben haben als von anderen Euro-Ländern.

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Seit 2015 läuft bereits das Anleihekaufprogramm der Währungshüter. Quelle: dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das von der Virus-Krise schwer getroffene Italien im vergangenen Monat mit umfangreichen Anleihekäufen unterstützt. Die Währungshüter erwarben im März im Rahmen ihres seit 2015 laufenden Kaufprogramms Schuldtitel der Euro-Länder im Volumen von 33,75 Milliarden Euro.

Allein auf italienische Anleihen entfielen rund 35 Prozent. Das ist deutlich mehr als die von der EZB gesetzten Regeln für das Land eigentlich vorsehen. Mit den Käufen halten die Euro-Wächter die Anleiherenditen im Zaum. Damit sorgen sie dafür, dass sich die Euro-Länder weiterhin vergleichsweise günstig am Kapitalmarkt refinanzieren können.

Die EZB hatte angekündigt, zur Not einzuspringen, sollten die Kurse der Euro-Staatsanleihen aus dem Ruder laufen. Die Renditen italienischer Papiere waren im Zuge der Viruskrise zeitweise deutlich nach oben geschnellt.

Mitte März hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde für Aufregung gesorgt, als sie anmerkte, dass die EZB nicht dazu da sei, um Renditeaufschläge zu schließen. In Italien hatte es daraufhin Kritik gehagelt. Die EZB-Chefin ruderte danach deutlich zurück.

Die Währungshüter erwarben im März auch mehr spanische und französische Papiere als vorgesehen. Die Abweichungen fielen aber geringer aus als bei italienischen Bonds. Die Euro-Wächter hatten sich zur Regel gesetzt, ihre Staatsanleihenkäufe nach dem sogenannten Kapitalschlüssel zu organisieren.

Dieser orientiert sich an der Wirtschaftskraft und Bevölkerungszahl eines Landes. Demnach sollten eigentlich besonders viele Bundesanleihen erworben werden. Doch der Anteil deutscher Titel lag vergangenen Monat gerade einmal bei rund sechs Prozent.

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