WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Keine Intervention Schweizer Notenbank trotz Franken-Höhenflug wohl nicht am Markt aktiv

Traditionell interveniert die SNB am Devisenmarkt, wenn der Franken zu teuer zu werden droht. Doch jüngst gab es wohl eine Ausnahme.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die SNB ist bekannt für ihre aktive Rolle am Kapitalmarkt. Quelle: Reuters

Zürich Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den jüngsten Höhenflug des Franken offenbar nicht mit Interventionen gebremst. Das geht aus den am Montag veröffentlichten wöchentlichen Daten der Notenbank zu den Sichteinlagen von Bund und Banken bei der SNB hervor. Sie stiegen nur minimal auf 576,6 Milliarden Franken.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken gegenüber dem Euro zu schwächen. Dabei kauft die Zentralbank Euro und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. Insbesondere im Zuge der Euro-Krise vor wenigen Jahren hatte die Notenbank so Hunderte Milliarden investiert. Denn der Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen und war in der Schuldenkrise besonders gefragt. Ein starker Franken bremst jedoch die exportorientierte Wirtschaft der Alpenrepublik.

Angesichts der Querelen um eine Regierungsbildung in Italien hatte der Euro zuletzt ebenfalls nachgegeben - und der Franken war gefragt. In den vergangenen zwei Wochen sackte der Euro von knapp 1,20 auf etwa 1,15 Franken ab. Am Montag kostete die Gemeinschaftswährung knapp 1,16 Franken. Devisenexperte Thomas Stucki von der St. Galler Kantonalbank erwartet mit großer Wahrscheinlichkeit einen „ungemütlichen Sommer“ für die Euro-Zone und die SNB. „Auf welchem Kursniveau die SNB wieder mit Interventionen den Fall bremsen wird, ist schwer zu beurteilen. Über 1,10 wird sie aber kaum aktiv werden.“

Interventionen und die stets betonte Bereitschaft zu solchen Markteingriffen sind ein wichtiges Element der Geldpolitik der SNB. Darüber hinaus setzt sie auf Negativzinsen von minus 0,75 Prozent, um den Franken für Investoren unattraktiv zu machen. Trotz einer vorübergehenden Beruhigung der Lage, haben die Währungshüter diesen expansiven Kurs bislang nicht aufgegeben und stets die fragile Lage an den Märkten betont.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%