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Klage Hinterbliebene von US-Opfern werfen Deutscher Bank Terrorismus-Unterstützung vor

Familien von US-Amerikanern, die während des Krieges in Afghanistan getötet oder verwundet wurden, haben die Deutsche Bank und zwei weitere Institute verklagt.

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Laut Klageschrift soll das Institut es terroristischen Finanziers ermöglicht haben, heimlich Geld zu bewegen und sich der Entdeckung zu entziehen. Quelle: Reuters

Die Deutsche Bank, die britische Standard Chartered und und die dänische Danske Bank sind von den Familien von US-Amerikanern verklagt worden, die während des Krieges in Afghanistan getötet oder verwundet wurden. Die Kläger behaupten, die Banken hätten „wissentlich Millionentransfers“ ermöglicht, mit denen Terroristen in der Region unterstützt wurden.

Die Institute sowie zwei Zahlungsdienstleister hätten als „Waschsalons“ für die Mittel fungiert und es terroristischen Finanziers ermöglicht, heimlich Geld zu bewegen und sich der Entdeckung zu entziehen, so die Klagschrift. An den Transaktionen seien Akteure und Strohmänner in Afghanistan, Pakistan, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten beteiligt gewesen und es habe Warnzeichen für Terrorismusfinanzierung gegeben, heißt es in der Klage.

Die Klageschrift wurde am Donnerstag beim Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn eingereicht. Darin heißt es: „Die Angeklagten wussten, dass sie Terrorismus unterstützten, und taten es trotzdem.“

Deutsche Bank und Standard Chartered lehnten eine Stellungnahme ab. Ein Anruf bei der Danske Bank außerhalb der Geschäftszeiten wurde nicht sofort beantwortet. Auf den Aktienkurs der Banken hatte die Klage zunächst keinen Einfluss: Titel der Deutschen Bank legten am Freitag um 1,4 Prozent zu, Standard Chartered 1,8 Prozent und Danske Bank ein Prozent.

Die Kläger sind Zivilisten, Militärs oder Angehörige von Personen, die von 2011 bis 2016 in Afghanistan getötet oder verwundet wurden. Sie behaupten, die Betroffenen seien von einem Terrorsyndikat unter Führung von al-Qaida und dem Haqqani-Netzwerk, einer extremen Fraktion der Taliban, angegriffen worden.

Die Klage beruft sich auf das US-Anti-Terror-Gesetz, das 1990 verabschiedet wurde und das es Terroropfern ermöglicht, Schadensersatz zu verlangen. Der Kongress erweiterte das Gesetz 2016 um die Möglichkeit von Klagen gegen Personen, Organisationen und Länder, die Terroristen direkt oder indirekt unterstützen. Die Klage fordert Schadensersatz in unbestimmter Höhe, der angesichts der Schwere und der Zahl der Verletzungen in die Milliarden gehen könnte.

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