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Kleinanzeigen-Portal Finanzinvestoren setzen zögernde Scout24-Aktionäre unter Druck

Bislang haben Hellman & Friedman erst 6,8 Prozent der Scout24-Aktien eingesammelt. Das Kaufangebot der Investoren läuft Gefahr zu scheitern.

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Die Investoren schlossen am Sonntagabend aus, die 50-Prozent-Schwelle zu senken. Quelle: dpa

München Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone bangen um die milliardenschwere Übernahme des Kleinanzeigen-Portals Scout24. Bis Donnerstagabend hatten die beiden Beteiligungsgesellschaften nur 6,8 Prozent der Scout24-Aktien eingesammelt, bis kommenden Donnerstag (9. Mai) müssen sie auf mehr als 50 Prozent kommen, wenn das Kaufangebot erfolgreich sein soll.

Nun warnten Hellman & Friedman und Blackstone die zögernden Scout24-Anteilseigner, dass sich weiteres Warten für sie nicht lohne. Sie schlossen am Sonntagabend aus, die 50-Prozent-Schwelle zu senken. Nach einem Scheitern der laufenden Offerte könnten die Aktionäre binnen eines Jahres nicht mit einem weiteren Angebot für den Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 rechnen.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Interessenten klargestellt, dass sie nicht bereit seien, mehr als die genannten 46 Euro je Aktie für Scout24 zu zahlen. Seither schwindet bei den Aktionären die Überzeugung, dass die Übernahme noch klappt. Mit rund 5,7 Milliarden Euro wäre es die Größte eines börsennotierten Unternehmens durch Finanzinvestoren in Deutschland überhaupt.

Doch die Scout24-Aktie notierte mit 45,36 Euro am Freitagabend leicht unter der Offerte. Bis zuletzt war diese nur für 0,66 Prozent der Scout24-Papiere angenommen worden, den Rest haben Blackstone und Hellman & Friedman selbst am Markt zusammengekauft.

Die beiden Finanzinvestoren waren nach eigenen Angaben von vielen Großaktionären nach einer höheren Offerte gefragt worden. Vor allem Hedgefonds und aktivistische Investoren haben sich in die Scout24-Aktien eingekauft und spekulieren auf mehr Geld.

Ihnen wollen die US-Investoren nun auch die Hoffnung nehmen, dass sie später mehr herausholen könnten, indem sie ihre Aktien jetzt nicht andienen, sondern auf einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag warten. Einen solchen Vertrag werde es in den nächsten zwei Jahren nicht geben, wenn die Übernahme klappe, betonten sie.

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