Kohleausstieg RWE will Vorschlag für Kohle-Abspaltung abweisen

Eine frühzeitige Abspaltung von der Braunkohle lehnt der RWE-Vorstand ab. Der Konzern hält an dem von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstieg fest. Quelle: dpa

Der Energiekonzern stellt sich gegen die vom Investor Enkraft geforderte Abspaltung des Kohlegeschäfts. Es gebe bessere Alternativen, etwa die Ausgliederung in eine Stiftung.

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Der Versorger RWE schlägt seinen Anteilseignern vor, Forderungen nach einer Abspaltung seines Kohle-Geschäfts auf der Hauptversammlung Ende April abzuweisen. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen, einen entsprechenden Antrag des aktivistischen Investors Enkraft bei dem Aktionärstreffen abzulehnen, teilte der Konzern in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme mit.

„Eine solche rechtlich bindende Vorfestlegung der Hauptversammlung würde dem Vorstand andere Handlungsspielräume juristisch verschließen“, hieß es zur Begründung. Dies gelte etwa „für aussichtsreichere Alternativen, die im Einvernehmen mit der Politik entwickelt werden könnten, wie etwa die Ausgliederung in eine Stiftung“.

Durch eine Abspaltung würde zudem keine Tonne des Klima-Gases CO2 eingespart. „Jeder Alleingang führt zu unkalkulierbaren Risiken für RWE und seine Aktionäre“, erklärten Vorstand und Aufsichtsrat weiter.

Enkraft hatte eine Ergänzung der Tagesordnung der für den 28. April geplanten Aktionärsversammlung um eine Abstimmung zur „beschleunigten Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie“ beantragt. Enkraft zufolge soll der Vorstand angewiesen werden, zum nächstmöglichen Zeitpunkt und spätestens zur Hauptversammlung im kommenden Jahr alle notwendigen Vertrags-, Planentwürfe und Berichte für eine Abspaltung des Kohlegeschäfts vorzulegen und alle dafür erforderlichen Voraussetzungen zu erfüllen.

Vorstandschef Markus Krebber hält nach eigener Aussage am von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstieg fest, will diesen jedoch mit Rücksicht auf die Arbeitsplätze und die regionale Wirtschaft nicht überstürzen. Der Finanzinvestor hatte sich im September mit der Forderung nach einer raschen Abspaltung des Braunkohlegeschäfts an RWE gewandt und diese seitdem mehrfach in Briefen an den Vorstand und Aufsichtsratschef Werner Brandt untermauert.

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