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Kohleausstieg Uniper plant Kohle-Aus bis 2025 – mit Ausnahme Dattelns

Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache. Uniper will seine Kraftwerke sogar schon bis 2025 abschalten. Nur ein Standort soll dann noch weiterlaufen.

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Kohleausstieg: Uniper plant Kohle-Aus bis 2025 – Ausnahme Datteln Quelle: Reuters

Der Energiekonzern Uniper will Insidern zufolge bis Ende 2025 alle seine Kohlekraftwerke in Deutschland mit Ausnahme der vor der Inbetriebnahme stehenden Anlage Datteln 4 stilllegen. Der von Umweltschützern ins Visier genommene Versorger strebe in mehreren Schritten eine Abschaltung seiner Blöcke an, sagten am Donnerstag zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Uniper wolle seinen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2025 nochmal um bis zu 40 Prozent senken. Das Unternehmen wollte die Reuters-Informationen nicht kommentieren.

Der Konzern hatte am Mittwoch angekündigt, den von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstieg zu prüfen und sich bald im Detail dazu zu äußern. Den Insidern zufolge will der Konzern drei Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Gelsenkirchen Scholven sowie das Kraftwerk Wilhelmshaven mit einer Gesamtleistung von rund 1.500 Megawatt bis Ende 2022 stilllegen. Bis spätestens Ende 2025 sollen weitere 1.400 Megawatt an den Standorten Staudinger und Heyden abgeschaltet werden.

Das umstrittene Kohlekraftwerk Datteln 4 will der Konzern wie geplant im Sommer in Betrieb nehmen und bis zum erlaubten Ende 2038 betreiben. Die rund 1,5 Milliarden Euro teure Anlage ist nach 2025 das einzige Kohlekraftwerk Unipers, das hierzulande noch am Netz sein soll. Die nun angestrebten Stilllegungen entsprechen in etwa der Hälfte der Steinkohlekraftwerks-Kapazitäten des Konzerns in Europa. In Russland setzt der Konzern weiter auf Kohlekraft.

Uniper-Chef Andreas Schierenbeck hatte in der vergangenen Woche eine verstärkte Gangart beim Kohleausstieg angekündigt und versprochen, dass der Konzern im Gegenzug zur Inbetriebnahme von Datteln 4 ältere, weniger effiziente Anlagen abschaltet, so dass der Kohlendioxidausstoß deutlich sinken wird. Bis 2015 hatte Uniper bereits Kohlekraftwerke mit einer Leistung von gut 2.400 Megawatt an den Standorten Datteln, Scholven, Knepper, Veltheim und Shamrock stillgelegt, wodurch nach eigener Aussage bis zu 18 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden.

Uniper steht wie der Essener Rivale RWE in der Kritik von Umweltschützern. Die ehemalige Eon-Kraftwerkstochter hatte 2018 rund 59,5 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen, RWE etwa doppelt soviel.

Uniper kann für die Stilllegungen in den kommenden Jahren auf Entschädigungen hoffen. Das Kabinett hatte beschlossen, dass nach 2020 eine gewisse Menge an Steinkohle-Leistung festgelegt wird, die vom Netz gehen soll. Dann fordert der Bund die Betreiber auf, Entschädigungsforderungen für die Abschaltung einzureichen. Wer die geringsten Kompensationen verlangt, erhält den Zuschlag zur Abschaltung. Nach 2026 wird gar keine Entschädigung mehr gezahlt und nach Alter zwangsweise außer Betrieb gesetzt. 

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