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Kommentar Peinlich Panne beim Exportschlager Xetra

Der zwischenzeitliche Ausfalls des Handelssystems Xetra war kein Ruhmesblatt für die Deutsche Börse. Quelle: Reuters

Der heutige Handelstag dürfte in die Historie der Deutschen Börse eingehen: Selten gab es solch eine große Kluft zwischen der Wichtigkeit des Börsentages auf der einen Seite und eines peinlichen Technik-Versagens auf der anderen Seite.

Ausgerechnet am Tag der Aktie versagte das Xetra-Handelssystem, erst rund 45 Minuten später konnten Börsianer wieder handeln. Auch der Börsengang der Medizintechnik-Tochter Healthineers des Siemens-Konzerns ging deswegen nicht pünktlich über die Bühne. Dabei ist diese Neuemission mit 4,2 Milliarden Euro die viertgrößte in Deutschland seit dem Jahr 2000.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens der „Große Hexensabbatt“ klappt, der „große Verfallstag“ an den Börsen. Ein Ereignis, dass es nur vier Mal im Jahr gibt.

Am heutigen Freitag laufen weltweit an den Börsen viele Termingeschäfte auf einmal aus. Das sind Finanzprodukte wie Futures oder Optionen, mit denen Anleger zum Beispiel auf die künftige Entwicklung einer Aktie wetten können.

An einem solchen Tag ist ein funktionierendes Handelssystem extrem wichtig. Denn am Derivatemarkt wird ein enormes Volumen gehandelt. Auch wenn es sich empirisch schwer beweisen lässt, liegt an solchen Tag immer der Verdacht nahe, dass Großanleger die Kurse in für sie günstige Richtungen bewegen könnten. Nicht auszudenken, wenn das Xetra-System dann versagen sollte.

Doch Xetra ist mehr als ein nur einfaches Handelssystem: Seit 1999 wird die Technologie auch an der Wiener Börse verwendet, danach folgten die Handelsplätze in Prag, Budapest, Malta und auf den Cayman Islands. Und auf der Xetra-Basis wurde auch das Handelssystem an der Shanghai Stock Exchange entwickelt.

Xetra ist mehr als nur eine Software, die Kurse anzeigt – es ist auch ein Exportschlager und damit ein Baustein des Rufs „Made in Germany“.

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