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Konjunktur Abschwung in der Industrie hält – Produktion sinkt überraschend

Industrie, Bau und Energieversorger haben im Oktober zusammen 1,7 Prozent weniger produziert als im Vormonat. Ökonomen sind besorgt über den Rückgang.

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Konjunktur: Abschwung in der Industrie hält an Quelle: dpa

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Oktober überraschend den zweiten Monat in Folge gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,7 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte.

Das ist der größte Rückgang seit einem halben Jahr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet, nach einem Rückgang 0,6 Prozent im September. „Die Konjunkturschwäche in der Industrie hält an“, betonte das Ministerium. Die Entwicklung bei Aufträgen und Geschäftserwartungen deute aber darauf hin, „dass sich in den kommenden Monaten eine Stabilisierungstendenz ergeben könnte“.

Thomas Gitzel von der VP Bank sagte dazu: „Die Industrieproduktion leidet und liegt gewissermaßen auf der Intensivstation. Vor allem der deutliche Fall der Produktion von Investitionsgütern macht einem fast schon Angst. Das Zahlenwerk zeigt, dass eine Rezession noch nicht abgehakt ist. Das Bruttoinlandsprodukt läuft Gefahr im vierten Quartal erneut zu schrumpfen.

Die schwache Auftragseingänge machen deutlich, dass zunächst auch keine Besserung ins Haus steht. Die schwachen Produktionsdaten verheißen leider auch für den Arbeitsmarkt nichts Gutes. Die Kurzarbeit steigt bereits merklich an. Man muss deshalb kein Prophet sein, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass vermutlich die Arbeitslosenquote steigen wird. Das klingt nun nicht besonders erbaulich vor Weihnachten, doch wegschauen hilft nichts.“

Auch Jens-Oliver Niklasch von der LBBW äußerte sich besorgt zu den Produktionsdaten: „Nach den letzten Konjunkturdaten, die alles in allem eine gewisse Stabilisierung angedeutet haben, ist das nun wieder eine echte Schockzahl. Vor allem der starke Rückgang der Investitionsgüterproduktion um über vier Prozent zum Vormonat ist ein schlechtes Zeichen. Jetzt geht wieder das Zittern um das Wachstum im Schlussquartal los. Im Moment wären wir wohl noch gut bedient, wenn die Wirtschaftsleistung nur stagniert und nicht rückläufig ist.“

In der exportabhängigen Industrie allein wurde die Erzeugung im Oktober um 1,7 Prozent heruntergefahren. Sie wird von der mauen Weltkonjunktur, Handelskonflikten und Unsicherheiten rund um den Brexit belastet, hinzu kommen hausgemachte Probleme der Autobranche. Die Industrie steckt daher in der Rezession fest. Die Energieerzeugung legte hingegen im Oktober um 2,3 Prozent zu. Die Bauproduktion wurde um 2,8 Prozent gedrosselt.

Mehr: Nach einem Dämpfer im Oktober sendet der Arbeitsmarkt wieder positive Signale. Vor allem in Industrieunternehmen ist die Nachfrage besonders groß.

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